Musik

Hammerl Kommunikation: Promotion ohne Scheuklappen

Es gibt viele Promotionagenturen in Deutschland. Der Journalist Thomas Hammerl hat sich indes in einer speziellen Nische erfolgreich etabliert. Er konzentriert sich mit seiner Firma Hammerl Kommunikation vor allem auf Pressearbeit für Tournee- und örtliche Veranstalter.

“In Zeiten einer Flut von Tourneen und Festivals erweist es sich für Veranstalter oft als wirtschaftlich riskant, ausschließlich auf die Zugkraft eines Künstlernamens zu vertrauen“, betont Hammerl. Die ausverkaufte letzte Tour eines Musikers oder einer Band garantiere keineswegs den automatischen Erfolg der nächsten Tournee. Im „Kampf um jede Eintrittskarte“, so Hammerl, gelte es, die mediale Aufmerksamkeit zu gewinnen, um ein Konzertereignis oder eine Tournee aus der Masse der Veranstaltungen herauszuheben. Dabei kann er zwei entscheidende Pluspunkte in die Waagschale werfen. Zum einen verfügt er über eine 20-jährige Berufserfahrung als Journalist. Unter anderem arbeitete er fest bei „Popcorn“ und als Leiter der Musikredaktion bei Tele 5, schrieb Artikel für „Spiegel“, „Die Welt“, „Stereoplay“ oder „Musikexpress“. So wisse er genau, welche Kriterien ein guter und nützlicher Promotext erfüllen muss.

Er setzt auf „gebrauchsfertiges Material“ in Form von genau recherchierten, präzisen, fachkundigen, aber auch unterhaltsamen Texten, die zudem „nicht übertrieben jedes Konzert als das beste und tollste Ereignis aller Zeiten preisen“. Seine texte werden viel abgedruckt, was ihn darin bestärkt, dass sein Ansatz richtig ist. „Dabei überrascht mich aber manchmal, welche Publikationen, die sich kritischen Journalismus auf die Fahnen schreiben, die Texte praktisch eins zu eins übernehmen.“ Ebenso wichtig wie die Kompetenz als Schreiber ist für den gebürtigen Augsburger die genaue Kenntnis der Medien, die er beliefert. Er hat Informationen und Kontaktdaten von über 4000 Medien aus Print, Hörfunk und Fernsehen in einer eigenen Datenbank gespeichert. Daraus wählt er ganz gezielt aus, welche möglichen Partner er angeht. „Das ist von Thema zu Thema sehr unterschiedlich. Für Die Jungen Tenöre etwa kann man nicht wie bei Carreras oder Pavarotti vorgehen. Da kann man eher bei der Yellow Press oder in Anzeigenblättern Aufmerksamkeit gewinnen als im Feuilleton.“

Optimale Publicity ließe sich, so Hammerl, nur mit viel Einsatz und Beharrlichkeit erreichen. „Blindbemusterung nützt nichts“, so sein Credo. In persönlichen Telefonaten versucht er zunächst, die jeweiligen Events den Redaktionen schmackhaft zu machen. Und durch entsprechendes Nachhaken bleibt Hammerl mit seinem Assistenten Maximilian Jörg auch nach Aussand des Promotionmaterials am Ball, um zu verhindern, dass ein Thema untergeht. Der Zeitaufwand ist entsprechend hoch, zumal Hammerl zusätzlich auch Medienkooperationen und Präsentationen für Tourneen „einfädelt“. So sind elf bis zwölf Arbeitsstunden im Büro eher Regel als Ausnahme. Hinzu kommen Außentermine „an der Front“, wenn er etwa für Festivals oder Stadionkonzerte die Vor-Ort-Betreuung der Medienpartner inklusive Koordination von Foto- und Interviewterminen bis hin zur Organisation von Pressekonferenzen übernimmt. Dies war etwa beim Pur-Konzert in der Arena AufSchalke 2001 oder 2003 bei der Open-Air-Tour von Nena & Special Guests der Fall.

An Arbeit herrscht also kein Mangel für Hammerl Kommunikation – nicht zuletzt deshalb, weil sich in Deutschland nur wenige Großveranstalter eigene Presseabteilungen leisten können. Zu Hammerls Stammkunden zählen Shooter Promotions & Classics (demnächst mit den Hooters und Right Said Fred), Roland Forster Konzertveranstaltungen sowie die Klaus Bönisch Konzertagentur, für die er die kommenden Tourneen von George Benson und Rush sowie die „Magic Night Of Rock“-Festivals mit Deep Purple und Status Quo promotet. Stilistische Scheu-klappen kennt Hammerl nicht. Die Liste der Künstler, für die er bislang Live- oder Konzertpromotion betrieb, umfasst das Russische Staatsballett ebenso wie die Kastelruther Spatzen, Johannes Heesters wie Chicks On Speed.