Musik

Haftstrafe für Bootlegger-König

Der vermutlich eifrigste Bootlegger der Welt ist außer Gefecht gesetzt. Der Blackfriars Crown Court in London verurteilte den Raubkopierer Martin Purseglove zu einer Haftstrafe von mindestens dreieinhalb Jahren.

Der vermutlich eifrigste Bootlegger der Welt ist außer Gefecht gesetzt. Der Blackfriars Crown Court in London verurteilte den Raubkopierer Mark Purseglove zu einer Haftstrafe von mindestens dreieinhalb Jahren. Weitere fünf Jahre hat er zu erwarten, sollte er es versäumen, bis Ende März 2005 die zusätzlichen Schadensersatzforderungen in Höhe von 1,83 Mio. Pfund (2,74 Mio. Euro) zu begleichen. Der 33-Jährige hatte etwa elf Jahre lang auf der ganzen Welt Bootlegs und Raubkopien erstellt und diese in großer Stückzahl auf Festivals, in Plattenläden oder bei eBay verkauft. Die Schwarzpressungen erschienen dabei unter Label-Namen, die Pursegloves Gesinnung verdeutlichen: Criminal Records, Fugitive, Wanted Man, Naughty But Nice, etc. Den ermittelnden Behörden zufolge erwirtschaftete Purseglove auf diese Weise bis zu 15 Mio. Pfund (über 22 Mio. Euro). Der Verurteilte zeigte sich zwar nicht reuig, gestand jedoch seine Taten. Deshalb mussten auch die Zeugen der Anklage, darunter Stars wie Sir Paul McCartney, Ringo Starr, Jimmy Page, Mick Hucknall, Jason Kay oder Des’ree, gar nicht erst öffentlich aussagen. Die Ermittler in Großbritannien und USA waren bereits seit Jahren hinter Purseglove her, das FBI steckte ihn bereits einmal sechs Monate hinter Gitter. Sein Bootlegger-Netzwerk arbeitete jedoch in der Zwischenzeit weiter und dehnte sich auch bis nach Deutschland und Japan aus. Purseglove besitzt in England drei Häuser mit einem Schätzwert von mindestens drei Mio. Euro. Darüber hinaus zählen zahlreiche Sportwagen und teurer Schmuck sowie Uhren zu seinen Errungenschaften. Für David Martin, Chef der Antipiraterie-Abteilung bei der BPI, steht mit dem Urteil fest: „Größere Fische als ihn werden wir kaum bekommen.“

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