“Der Mann steht im dringenden Verdacht, mit Marihuana und Haschisch im Bereich mehrerer Kilogramm gehandelt zu haben“, heißt es in einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft. Der Beschuldigte sei den Heidelberger Ermittlungsbehörden bereits im Frühjahr 2004 aufgefallen, als er mehrfach in den „Ankauf bzw. die Vermittlung“ von größeren Mengen Marihuana und Haschisch „verwickelt“ gewesen sei.
Wie Staatsanwaltschaft und Polizei erst heute bekannt gaben, wurde bereits im Dezember ein Haftbefehl gegen den beschuldigten Musiker erlassen. Da der „Sohn Mannheims“ beabsichtigt habe, für längere Zeit ins Ausland zu reisen, wurde er in einem Mannheimer Hotel festgenommen. Beim anschließenden Polizeiverhör wollte er sich nicht zu den Anschuldigungen äußern.
Glauben vs. Drogen
Inzwischen wurde er in die Justizvollzugsanstalt eingeliefert. Die Ermittlungen gegen ihn sowie gegen weitere an dem Rauschgifthandel beteiligte Personen laufen laut Auskunft der Staatsanwaltschaft noch. Um wen es sich bei dem festgenommenen Musiker handelt, wurde indes noch nicht bekannt. Nach Informationen der „Bild“-Zeitung soll es sich bei dem Beschuldigten allerdings um den 38-jährigen Gitarristen der Band, Andreas Bayless, handeln.
Bereits in der Vergangenheit war der Drogenkonsum der Mannheimer Band ein Thema. Bisher ging es allerdings meist um den privaten Drogenkonsum von Sänger Xavier Naidoo. Der 33-Jährige bekannte sich in einem Interview offen zu seiner Vorliebe für Marihuana. Die Polizei nahm dies zum Anlass, um seine Wohnung zu durchsuchen, fand aber nur eine kleinere Menge der Droge. Daraufhin wurde Naidoo zu 20 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Ansonsten arbeiteten die Söhne Mannheims seitdem an ihrem makellosen Image und sangen für den Glauben und ein selbstbestimmtes Leben mit christlichen Werten. Welche Auswirkungen der aktuelle Vorfall nun auf die Band haben wird, hängt nun wohl vor allem vom Ausgang der Ermittlungen ab. Spekulationen darüber, dass die Söhne Mannheims durch die Festnahme auseinanderbrechen könnten, bezeichnete Merle Lotz, die Pressesprecherin der Band, als „totalen Quatsch“.


