Die britische Musikszene läuft Gefahr, einen Großteil ihrer Spielstätten zu verlieren. Eine Verordnung zwingt Besitzer von Pubs, Bars, Clubs und anderer Konzertvenues dazu, ihre Bühnenlizenz bis zum 6. August zu erneuern. Doch erst ein Drittel aller Bühnen hat reagiert. Einem Bericht des „Guardian“ zufolge wissen 70 Prozent der Gastronomen gar nicht, dass sie ihre Zulassung in dieser Frist verlängern müssen, um nicht die langwierige Neubewerbung über sich ergehen zu lassen. Mindestens 56.700 Spielstätten drohe die Bühnenschließung, sollten sie sich nicht rechtzeitig bei den Behörden melden.
Die Zahl der täglich im Königreich stattfindenden Konzerte könnte somit von derzeit 4500 auf nur noch 2250 fallen. Im Londoner Stadtteil Camden haben erst 38 Prozent ihre Bühnenlizenz verlängert, in Manchester, Newcastle und Liverpool liegt die Quote zum Teil sogar unter 28 Prozent. Die Gefahr der Spielstättenschließung haben nun Künstler wie Kames Blunt, Jamie Cullum oder Razorlight auf den Plan gerufen, die öffentlich gegen die Behördenmaßnahme protestierten.
Das Anmeldeverfahren sei viel zu kompliziert und zeitraubend und schrecke daher viele Venue-Betreiber ab. In Zeiten sinkender CD-Verkäufe haben Live-Auftritte gerade für weniger bekannte Künstler einen großen Anteil am Einkommen. In Großbritannien setzt die Konzertbranche offiziellen Berechnungen zufolge jährlich knapp 470 Mio. Pfund (678 Mio. Euro) um.


