Musik

Grüne Jugend spricht sich für Filesharing aus

Die Europawahl-Kampagne der Grünen Jugend steht unter dem Motto „copy4freedom.de“. Damit will die Grünen-Jugendorganisation ein Signal für Filesharing setzen.

“Die Hetzkampagnen der Musik- und Filmindustrie führen zur Verunsicherung bei den VerbraucherInnen“, klagt Bene Lux, Sprecher der Grünen Jugend. „Kopierschutz und Überwachungsmechanismen wie das Digital Rights Management sollen die kulturelle Selbstbestimmung von Millionen von Jugendlichen verhindern.

Die urheber- und datenschutzrechtlich vernünftige Alternative heißt: Eine pauschale Onlinevergütung für das Internet“, so Lux. Zu der Kampagne gehören Poster, eine „Copy4freedom“-CD, ein Remix-Wettbewerb mit Daniel Cohn-Bendit und eine umfangreiche Kampagnen-Webseite. Diese will u.a. aufzeigen, „welches Potenzial Filesharing für die Zukunft der Musikindustrie hat“.

Zudem will Benjamin von der Ahe, Europakandidat der Grünen Jugend, auf europäischer Ebene eine Überprüfung der Urheberrechtsdirektive erwirken: „Der europäische Rat vernachlässigt seine Verantwortung für die europäische Wissensgesellschaft. So wird der Monopolbildung, wie der von Microsoft, durch die geplante Software-Patentierung zugespielt.“

Erst vor wenigen Wochen hatten die Grünen mit der „Burn Baby Burn“-Kampagne für Unmut bei der Plattenindustrie gesorgt. Damals rief die Partei Musikhörer auf, sich per E-Card für das Recht auf private CD-Kopien einzusetzten. Die Musikindustrie verzeichnet jährlich Umsatzeinbußen in Millionenhöhe durch illegales CD-Brennen und Filesharing.