Musik

Großbritannien will Piraterie bekämpfen

Der britische Kultusminister Chris Smith hat in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters die Absicht seiner Regierung bekräftigt, die heimische Musikindustrie in ihrem Kampf gegen die Tonträgerpiraterie und für striktere Copyright-Gesetzgebung zu unterstützen.
Dank der Erfolge britischer Gruppen wie der Spice Girls oder Oasis erreicht die britische Musikindustrie mittlerweile einen Umsatz von vier Mrd. US-Dollar (7,2 Mrd. Mark), meinte Smith. Das sei mehr als zu Zeiten der Beatles. Die Hälfte davon würde außerhalb Großbritanniens erzielt. 115.000 Arbeitnehmer sind in der Musikindustrie beschäftigt.
Smith gab jetzt bekannt, daß Großbritannien so schnell wie möglich die World Intellectual Property Organisation (WIPO)-Verträge ratifizieren will, um sie möglichst bald in Kraft treten zu lassen. Auch in der EU soll die Copyright-Gesetzgebung verschärft werden. Dazu hatte die Europäische Kommission Ende letzten Jahres einen Vorschlag für eine Richtlinie veröffentlicht (Wir berichteten).
Zusammen mit dem Foreign Office, dem britischen Außenministerium, übt Smiths Ministerium auch Druck auf andere Staaten, besonders die beitrittswilligen Staaten Mittel- und Osteuropas, aus, um sie zu schärferen Maßnahmen gegen die dort praktizierte Tonträger-Piraterie zu bewegen. Erst vor kurzem hatte angekündigt, ein neues Lizenzierungsverfahren einzuführen, um der illegalen Produktion von Tonträgern entgegenzuwirken.
Smith verwies auch auf die Bildung eines Think Tanks, in dem Schallplattenmanager, Künstler und andere Fachleute über die Probleme der britischen Musikindustrie beraten. Die Besetzung dieses informellen Gremiums hatte das Kultusministerium kürzlich bekanntgegeben ().