Musik

Grönemeyer schickt sich selbst nach Hause

Herbert Grönemeyer, selbst Chef des Labels Grönland, übt sich in Gedankenakrobatik. Auf die Frage, ob er sich selbst vor vielen Jahren einen Plattenvertrag gegeben hätte, sagt der 48-Jährige selbstkritisch: „Wenn ich mit dem Material meiner ersten Platte hereinmarschiert wäre – mit Sicherheit nicht“.

Herbert Grönemeyer, selbst Chef des Labels Grönland, übt sich in Gedankenakrobatik. Auf die Frage, ob er sich selbst vor vielen Jahren einen Plattenvertrag gegeben hätte, sagt der 48-Jährige selbstkritisch: „Wenn ich mit dem Material meiner ersten Platte hereinmarschiert wäre – mit Sicherheit nicht.“ In einem Interview mit der Wochenzeitung „Die Zeit“, das am 23. September erscheint, kritisiert Deutschlands Vorzeigekünstler außerdem die Digitalisierung von Kulturgütern. Diese beeinträchtige laut Grönemeyer die Musik und habe zu ihrer „Verramschung“ geführt. Der Sänger hält daher eine Rückkehr zu analogen Tonträgern für möglich: „In der HipHop-Szene gibt es eine neue Bewegung, die alles auf Kassette macht.“ Auch zu politischen Themen bezieht Grönemeyer Stellung. So sagt er provokativ über die Wiedervereinigung: „Es ist noch nicht einmal sicher, ob das überhaupt zusammengehört. Das müssen wir uns erst miteinander beweisen, das kann uns keiner von oben diktieren.“ Er glaube nicht, dass „ein Herr Schröder oder ein Herr Fischer“ ein echtes Interesse an den Menschen im Osten hätten und fordert mehr Eigeninitiative: „Das müssen wir selbst in die Hand nehmen.“

Mehr zum Thema