Musik

Grenzgänger zwischen Soul und Funk

Sein Solodebüt „Waltz Of A Ghetto Fly“ sorgte für Begeisterung. Zwei Jahre später überzeugt Amp Fiddler nun mit einem einzigartigen Stilmix auf „Afro Strut“.

Dem Keyboarder und Komponisten Joseph „Amp“ Fiddler gelingt es auch diesmal spielerisch, die Grenzen zwischen Soul, Jazz, Elektronik und Funk auszuheben. „Für mich ist jedes Album eine Herausforderung“, erklärt Amp Fiddler. „Dieses Mal hatte ich das Glück, mit so außergewöhnlichen Musikern wie Larry Gold, der für die Streicherarrangements zuständig war, oder dem Schlagzeuger Tony Allen zusammenzuarbeiten.“

Eigentlich ist es Fiddler seit den gemeinsamen Tagen mit George Clinton gewohnt, mit großen Namen auf der Bühne zu stehen, aber mit zwei seiner musikalischen Helden an einem Album zu arbeiten, war für ihn dann doch etwas ganz Besonderes. „Mit dem Titel des Albums zeige ich schon, dass ich diesmal die ganze Welt musikalisch bereise, von Detroit über London und Afrika bis nach Kalifornien.“

Teamwork als Erfolgsrezept

Für Amp Fiddler hört die Suche nach neuer, aufregender Musik auch nach diesem Album nicht auf. „In gewisser Weise habe ich mit ‚Afro Strut‚ nur wieder einen weiteren Baustein hinzugefügt.“ Dass weitere folgen werden, dessen ist er sich sicher. „Das einzig Bedauerliche ist nur, dass ich mit Larry und Tony nicht im selben Studio aufnehmen konnte. Sie schickten mir ihre Parts nur zu, aber da ich weiß, wie beschäftigt sie sind, kann ich das natürlich verstehen.“

Weitere Unterstützung bekam Amp Fiddler von Soulsänger Raphael Saadiq und von Justin Crawford, einer Hälfte des DJ/Produktions-Outfits Unabombers aus Manchester, dem er im vergangenen Jahr bei seinem Soloalbum geholfen hatte. „Ich arbeite sehr gern mit anderen Musikern zusammen, denn jedes Mal entsteht etwas Neues und Unerwartetes. Auch die Arbeit mit meiner Liveband ist voller Überraschungen.“

Große Zeitspanne

Fiddler kann mit klassischer, sich in einem festen Definitionsrahmen bewegender Soulmusik nicht viel anfangen. Und genau deshalb sucht er auf jedem seiner Alben nach neuen Wegen. „Für mich kommt es immer darauf an, mich nicht selbst zu wiederholen. Aber da meine Einflüsse musikalisch bis in die 30er- und 40er-Jahre zurückreichen, habe ich damit keinerlei Probleme.“

Ein Song auf dem Album, „If I Don’t“, erinnert sogar ein wenig an die erste Band, in der Fiddler Erfahrungen sammelte: The Enchantments. „Das war in Achtzigern, und ich kam gerade frisch aus dem College.“