Erstmals seit Jahren hat der Wettbewerb scharfe Kontroversen ausgelöst. Grund: Mit Guildo Horn stellt sich ein Vertreter des ‚Neuen Schlagers‘ zur Wahl. Der (nach eigenen Angaben) „größte Sohn der Stadt Trier“ will seinen größten Wunsch erfüllen und Deutschland beim Grand Prix im englischen Birmingham vertreten.
Horns Wunschtraum löst unterschiedliche Reaktionen aus. Während Wolfgang Petry um seinen Teint fürchtet („Da krieg ich Pickel“), sehen andere Horns Teilnahme positiv, wie etwa Joy Fleming: „Immer noch besser als die einstudierten Affen von Ralph Siegel.“ Dabei wurde übersehen, daß neben Horn, den die EMI nominiert hatte, mit dem Berliner Duo Rosenstolz (bei Polydor unter Vertrag) ebenfalls ein renommierter, eher schlager-untypischer Act mit dabei ist.
Freuen kann sich der NDR: Nach Jahren relativen Siechtums könnte der Grand Prix endlich wieder einmal bei den Einschaltquoten zuschlagen. Horn-Fans wollen die Entscheidung via TED mit Dauertelefonaten entscheiden.
Andere Medien haben dem bereits vorgegriffen: Laut „Bild“-Umfrage wollen 60 Prozent der Befragten Horn nicht als deutschen Vertreter entsenden, 40 Prozent stimmten für ihn. RTL stellte seinen Zuschauern in der Sendung „Punkt 12“ die gleiche Frage. 42,1 Prozent der Anrufer stimmten für Horn, 57,9 Prozent votierten mit „Nein“. Immerhin: Innerhalb von nur 25 Minuten beteiligten sich genau 42.029 Anrufer an der Telefonumfrage.
Die Vorentscheidung wird ab 20.15 Uhr in der ARD übertragen.


