Beyoncé Knowles war die große Gewinnerin der 46. Grammy-Verleihung in Los Angeles. Insgesamt fünf Statuen konnte sie für ihr Solo-Debüt „Dangerously In Love“ abräumen.
Zwei davon brachte dabei der Hit „Crazy In Love“ ein (bester R&B-Song, beste Rap/Gesangs-Zusammenarbeit), die anderen drei Statuen erhielt die Soul-listin für die „beste weibliche Leistung im Bereich R&B“, das „beste zeitgenössische R&B-Album“ und den Titel „The Closer I Get To You“ – hier zusammmen mit Luther Vandross.
Award-Quartett für Vandross
Für den gesundheitlich schwer angeschlagenen Sänger verlief der Abend insgesamt außerordentlich erfreulich – satte vier Grammys konnte Vandross am Ende für sich verbuchen: So wurde sein Titel „Dance With My Father“ als „Song des Jahres“ ausgezeichnet, dazu erhielt er die Auszeichnungen für das „beste R&B-Album“ und die „beste R&B-Darbietung“. Der Künstler konnte aufgrund eines erlittenen Schlaganfalls leider nicht an der Ehrung teilnehmen – er dankte der Jury per Video-Botschaft.
HipHop-Duo holt Prestige-Preis
OutKast, mit sechs Nominierungen als Favoriten gehandelt, holten sich für ihr Album „Speakerboxxx/The Love Below“ den Ehrentitel „Album des Jahres“ – plus einen weiteren Grammy für „Hey Ya!“ als beste Urban/Alternative Perfomance. Weitere Mehrfach-Abräumer waren diese Jahr unter anderem die Bluegrass-Sängerin Alison Krauss mit drei Ehrentiteln sowie The White Stripes und Eminem mit je zwei Grammys. Auch die britische Band Coldplay kam dieses Jahr zu Ehren: Sie wurde mit dem Grammy für die beste Single des Jahres ausgezeichnet: „Clocks“ vom Erfolgsalbum „A Rush Of Blood To The Head„.
Reumütiger Busengrapscher
Auch Justin Timberlake – aufgrund jüngster Busengrapschereien adäquat zerknirscht – kann sich zwei der insgesamt über 105 Auszeichnungen ins Regal stellen: Ihm erkannte die Jury die Grammys fürs „Pop-Album des Jahres“ zu und erklärte ihn zudem zum „besten mänlichen Sänger“. In seiner Dankesrede entschuldigte sich der Sänger dabei für den „Superbowl“-Vorfall mit Kollegin Janet Jackson samt entblößter Brust. Das alles sei völlig unbeabsichtigt gewesen. Nichts desto trotz: „Ich entschuldige mich, falls ich Euch damit gekränkt haben sollte.“
Skandal-Janet mied das Rampenlicht
Busenwunder Janet blieb der Veranstaltung fern. Zwar sei sie erst ein-, dann aus-, zuletzt aber doch wieder eingeladen gewesen – dennoch habe sich Jackos kleine Schwester aus freien Stücken gegen den Besuch der Grammy-Verleihung entschieden. Den beiden war es im Übrigen auch zu verdanken, dass die diesjährige Grammy-Verleihung fünf Minuten zeitversetzt übertragen wurde. Solche oder ähnliche Vorfälle hätten dann sittenstreng und kindgerecht wegretouschiert werden können – bevor Millionen aufrechte Bürger durch den Anblick ernsthaften Schaden an Seele und Psyche nähmen.
Klassik-Grammy für deutschen Bariton
Ach ja: Anders als bei den Films-Oscars kam dieses Jahr auch ein deutscher Musiker zu hohen Ehren: Der Bariton Thomas Quasthoff erhielt den Preis als „bester klassischer Solist“. Seine Einspielung von Schuberts Liedern – mit der Mezzosopranistin Anne Sofie von Otter, begleitet vom Europäischen Kammerorchester unter Leitung von Claudio Abbado – vermochte die Jury rundum zu überzeugen.
Einen großen Verlierer gab’s in diesem Jahr auch: Rapper 50 Cent! Fünf Nominierungen, kein einziger Treffer – da heißt es Tränchen verdrücken. Eine tolle Gelegenheit mannhaft zu beweisen, wie taff man wirklich ist.


