Musik

Glashaus setzt ein Fernsehzeichen

Die vierte Folge der neuen Sendung „König Pilsener Music Special“ (SAT.1) zeigt mit einem Konzert der Formation Glashaus erstmals ein extra für die Show produziertes Special. Zudem will die Sendung auch Newcomer fördern.

“Wir wollen gerade mit der Sendung über Glashaus ein Zeichen setzen – für die Industrie, aber auch für die Zuschauer, die so eine Musik im Fernsehen sonst nicht zu sehen bekommen“, erklärt Jochen Ewald, zuständiger Redakteur in der Redaktion Unterhaltung und Show bei Sat.1, im Gespräch mit musikwoche.de. Mit der vierten Folge der monatlichen Sendereihe „König Pilsener Music Special“, die von der Hamburger Produktionsfirma Die TV Werft erstellt wird, geht Sat.1 einen Schritt weiter, da die jeweils gegen Mitternacht ausgestrahlte Sendung nach Porträts und Dokumentationen über zuletzt Robbie Williams und Bob Marley erstmals ein extra für die Show aufgezeichnetes Konzert in den Mittelpunkt stellt.

Gemäß der musikalischen Konzeption der Sendung entschied sich das Team um Ewald für die 3p-Band Glashaus: „Wir versuchen, nicht völlig auf die Mainstream-Karte zu setzen. Wir präsentieren auch Künstler abseits der Charts, von denen wir denken, dass sie cool sind und in unser Konzept passen. Natürlich dürfen die Künstler nicht zu krass sein, aber eben auch nicht zu stark im Mainstream liegen.“ Dieses Konzept begrüßt auch Ocky Cho, Marketing Director bei 3p: „In der heutigen Medienlandschaft wird es zunehmend schwerer, Partner zu finden, die das Interesse und den Mut haben, gute Musik zu unterstützen – insbesondere außerhalb des Teenie-Segments. Deshalb freuen wir uns umso mehr, im Rahmen eines solchen Formats das neue Glashaus-Album musikinteressierten Menschen live vorstellen zu können.“

Vor dieser Sendung hätte Sat.1 nur sehr unregelmäßig Musiksendungen gezeigt, zumeist Live-Konzerte wie von R.E.M. oder den Rolling Stones. „Die Resonanz darauf war immer sehr gut. Selbst bei einem Konzert von Shania Twain haben 800 Zuschauer angerufen und gefragt, ob es das Konzert zu kaufen gibt. Deswegen haben wir uns zusammen mit unserem Partner König Pilsener überlegt, aus diesem Interesse etwas Regelmäßiges und Eigenständiges zu entwickeln.“ Wichtig ist Ewald auch, Newcomer in der Sendung unterzubringen. So soll der jeweilige Schwerpunkt den Rahmen für kleinere Beiträge liefern, in denen zum Beispiel aufstrebende Bands im Mittelpunkt stehen. Zwar beurteilt Ewald die späte Sendezeit als „ein Experiment, aber auch als Herausforderung“. Und er weiß, dass „speziellere Musik in der Primetime schlichtweg nicht machbar ist“.