Musik

Gilberto Gil wird Kulturminister in Brasilien

Der Sänger, Komponist und Grammy-Gewinner Gilberto Gil, akzeptierte am Dienstag den Ruf des neu gewählten Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva in das Ministerium für Kultur.

Der Sänger, Komponist und Grammy-Gewinner Gilberto Gil, Mitglied der Grünen Partei (Partido Verde) Brasiliens, akzeptierte am Dienstag den Ruf des neu gewählten Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva in das Ministerium für Kultur. „Ich kann von Montag bis Freitag in der Hauptstadt Brasilia arbeiten und am Wochende Konzerte geben“, meinte der 60-Jährige. Da er mit einem Ministergehalt von umgerechnet etwa 2500 Euro die mehr als 20 Angestellten in seiner Musikproduktion nicht halten könne, traf er mit Lula die Vereinbarung, auch während der kommenden vier Jahre als Minister 25 Prozent seiner bisherigen künstlerischen Aktivitäten aufrecht zu erhalten. Der sozial engagierte Afro-Brasilianer kann bereits auf Erfahrung in der Politik vorweisen: Von 1988 bis 1992 saß er als Abgeordneter der Grünen im Stadtrat seiner Heimatstadt Salvador da Bahia. Auch der bisherige Präsident Brasiliens, Fernando Henrique Cardoso, wollte Gil als Umweltminister in sein Kabinett berufen. Im Wahlkampf 2002 unterstützte der Künstler jedoch dessen Gegner, den künftigen Präsidenten Lula. Gilberto Gil ist einer der einflussreichsten Künstler Südamerikas und blickt auf über 35 aktive Jahre als Musiker zurück. 1969 eckte er bei der Miilitärdiktatur des Landes an und musste daraufhin ins Exil nach London flüchten. Vor wenigen Monaten veröffentlichte er sein jüngstes Album „Kaya N’Gan Daya„. Das Tribut an Bob Marley erreichte im August die Spitzenposition der von musikwoche.de erstellten Weltmusikcharts.