“Alles hat sich wieder gut eingependelt. Aber meine Operation war wie ein erhobener Zeigefinger, der mir sagte: Alter, pass auf, teil deine Kräfte ein“, beteuert Anderson. „Stress, der falsche Lebenswandel und eine einseitige Ernährung – all das versuche ich nun in den Griff zu bekommen.“ Bei der Produktion seines neuen Albums vertraute er deshalb mehr als sonst auf sein Team: auf die Produzenten Ekki Stein und Engelbert Simons, den Arrangeur Claus-Robert Kruse und die Toningenieurin Ulrike Hagemann. „Das waren insgesamt zehn Ohren bei den Aufnahmen in Hamburg, die kritisch die Songs hörten und dann an ihnen schliffen; das merkt man dem Album auch an. Wir sind qualitativ ziemlich weit.“
Auch die Atmosphäre in Hamburg tat der Produktion gut, meint er. Denn das Hotel, wo das Team wohnte, lag direkt an der Alster. Von dort ging es morgens zu Fuß ins Studio: „Danach ist man schön frisch und fängt mit vollem Elan an.“ Zwar erfindet sich G.G. Anderson auf „Für Dich“ nicht neu, doch merkt man den Liedern, allen voran „Kali Spera Griechenland“, an, dass er sein Leben jetzt lockerer angehen will. „Dieser Song ist genau meine Geschichte: die Besinnung auf die einfachen, gemütlichen Dinge, die aber auch die ehrlicheren sind.“ Und Ekki Stein findet, dass G.G. Anderson nun wieder flottere Töne wie in „Drei Latte Macchiato“ anschlage, die an seine alten Hits erinnern, nachdem das Vorgängeralbum vom vergangenen Jahr, „Einmal hüh – einmal hott„, ein bisschen bedächtiger ausfiel: „Das neue Album spannt einen Schlagerfaden zwischen starkem Gefühl und guter Laune“, sagt er. Zudem war es G.G. Anderson diesmal wichtig, dass für jedes Alter etwas dabei ist, meint der Produzent: So verbeuge sich der Sänger mit ein paar Liedern und Texten vor seiner Mutter, die die Schlager der 50er-Jahre liebt, lege aber auch Wert auf die Trends der Gegenwart. Die Inspiration für seine Songs erhält G.G. Anderson aus dem Alltag, bei Tag und Nacht: „Ich habe immer ein Diktiergerät auf dem Nachttisch, für den Fall, dass ich aufwache und gute Ideen im Kopf habe. Aber man muss sich nur umschauen; das Leben schreibt die Songs selbst.“


