EMI-Musikchef Alain Levy hat seine Umsatzerwartungen für das Tonträgergeschäft nach unten korrigiert: Die Plattensparte werde bis zum Geschäfsjahresschluss, Ende März, rund acht bis neun Prozent weniger umsetzen als im letzten Berichtszeitraum. Mit dieser Bekanntgabe löste er an der Londoner Börse einen Kursrutsch der EMI-Papiere aus, die noch mit mehr als 280 Pence ins Wochenende gegangen waren: Der Wert der EMI-Aktie brach nach der Gewinnwarnung am Vormittag des 7. Februar um rund 50 Pence oder etwa 18 Prozent auf zwischenzeitlich nur 230 Pence ein, stabilisierte sich dann gegen Mittag aber bei einem Kurs von 236 Pence – immer noch ein Minus von rund 46 Pence oder 16 Prozent.
Grund für die Gewinnwarnung sind laut Levy zwei verschobene Topseller: Die erwarteten Alben der britischen Formationen Coldplay und Gorillaz gelangen demnach nun doch nicht mehr im laufenden Geschäftsjahr in den Handel, sondern erst in den ersten sechs Monaten des neuen EMI-Geschäftsjahrs. Zudem seien die Nachbestellungen des Handels zu Beginn des Kalenderjahrs 2005 knapper ausgefallen als erwartet, räumte Levy ein. Zwar sei man permanent bemüht, seine Marktanteile auszubauen und vor allem profitabel zu gestalten, aber „Kreation und Produktion von Musik sind nun einmal keine exakten Wissenschaften und lassen sich nicht immer genau unseren Berichtszeiträumen anpassen“, so Levy.
Von seiner Zuversicht in Sachen erneut erstarkendes Musikgeschäft wollte sich Levy als Chairman von EMI Recorded Music durch die nötig gewordene Gewinnwarnung nicht abbringen lassen: Das physische Geschäft zeige weiterhin Zeichen der Erholung, und das digitale Geschäft entwickle sich rapide weiter. EMI-Konzernchef Eric Nicoli unterstützte Levy in allen Punkten: Man sei weiterhin dabei, seine beiden Geschäftsfelder auf Zukunftsfähigkeit zu trimmen.



