Musik

Gewinner und Verlierer

Zum Jahresende lassen wir die verhaltensauffälligsten Musikstars der Reihe nach antanzen. Darunter finden sich die üblichen Verdächtigen, aber auch der ein oder andere Überraschungsgast.

Ist Schadenfreude wirklich die schönste Freude? Die Vermutung liegt überaus nahe, denn regelmäßig rangieren ausgerechnet jene Promis auf den medialen Spitzenplätzen, deren Karriere sich gerade auf dem absteigenden Ast befindet. Seit Jahren die unangefochtene Nummer eins der tragischen Helden: Michael Jackson. Manch einer hoffte, dass es nach seinem Freispruch wegen angeblichen Kindesmissbrauchs wieder bergauf für ihn gehen könnte. Aber im Grunde wurde alles nur noch schlimmer.

Zunächst einmal zog es den ehemaligen King of Pop ins entlegene Dubai. Fern der Heimat wollte er dort an seinem und dem oder Eigenheim basteln, außerdem zusammen mit einer Hundertschaft Musikkollegen einen für die Opfer von Hurrikan Katrina aufnehmen. Und was tat er? Er trug , ließ seine Neverland Ranch und kickte sich am Ende des WM-Jahres mit einem wohl ins endgültige Abseits.

No Sex. But Drugs. And sometimes Rock’n’Roll

Immerhin: Jacko ist nicht der einzige, der beim Spiel des Lebens von der Spur abgekommen ist. Viele sind ihm gefolgt. Ihre ständigen Begleiter: Wahlweise eine weißgepuderte Schniefnase, die sanfte und allgegenwärtige Mary Huana oder der achte Buchstabe im Alphabet, auch als H wie Heroin bekannt.

König des Deliriums: Pete Doherty. Von Berufs wegen bezeichnet er sich als Sänger der Babyshambles. Im wirklichen Leben allerdings ist er vor allen Dingen der Freund von Kate Moss und Liebling der Boulevardpresse. Konzerte wurden en masse abgesagt, ebenso angebliche Hochzeitstermine mit dem Supermodel, Reporter wurden angegriffen, Kameramänner mit blutigen Einwegspritzen attackiert und bei einer Partybesucherin suchte er mit einer Spritze die künstlerische Ader.

Freunde im Geiste, aber nicht halb so weggetreten: Keane-Sänger Tom Chaplin, The Darkness-Frontmann Justin Hawkins, Cannabis-Fan George Michael und, nicht zu vergessen, Keith Richards.

Rosenkriege und andere Unannehmlichkeiten

Auch in Sachen Ehedesaster gibt es einen Musikstar, dem der Thron des auslaufenden Jahres gebührt: Und wer sollte das anderes sein als Popprinzessin Britney Spears?

Innerhalb der letzten zwölf Monate lenkte die mittlerweile 25-Jährige mit ihrem Erstgeborenen ein Auto, schenkte sie einem das Leben, machte sie aus ihrem K-Fed einen , gab zusätzlich ihrer den Laufpass und im Gegenzug ihrer neuen Busenfreundin Paris Hilton das Jawort. Zum Scherz natürlich. Denn unüberlegte Ehegelübde sind ja nicht ihr Ding.

Ein wenig besser überlegen hätte auch Paul McCartney können, bevor er sich vor den Traualtar begab. So aber muss er nach nur wenigen Jahren Ehe eine hässliche Scheidung von Noch-Ehefrau Heather Mills durchlaufen. Ein im wahrsten Sinne des Wortes nie dagewesener Spaß, der ihn mal locker einige hundert Millionen Pfund kosten soll.

Nächste Kandidatin in Sachen unschöne Trennung scheint übrigens Madonna zu sein. Nach dem heftigen um die Adoption eines malawischen Jungen steht nun das gesamte Familienglück mit Ehemann Guy Ritchie auf der Kippe.

Zurück ins Rampenlicht

Aber es gab auch schöne Dinge zu vermelden im Jahr 2006. Ob es nun daran liegt, dass die Vorweihnachtszeit eine mit Wundern assoziierte oder doch nur eine mit steigender Kauflust verbundene Zeit ist – Fakt ist jedenfalls, dass kurz vor Jahresende zwei zu Herzen gehende Comebacks über die Bühne gingen.

Das eine beglückt die Gemüter von frühen Fans des ebenfalls leicht ins Straucheln geratenen Robbie Williams. Denn auch ohne sein Zutun gelang es seinen ehemaligen Kollegen von Take That, auf das internationale Musikparkett zurückzukehren. Album und Single haben sich auf den Top-Positionen der Charts eingenistet. Jetzt wartet die Fangemeinde nur noch auf eine ausgedehnte Tournee.

Selbiges erhoffen sich ältere wie jüngere Semester auch von Yusuf Islam. Der einst als Cat Stevens berühmte Friedensaktivist hat nach 28 Jahren Auszeit mit seinem grandiosen Album „An Other Cup“ bewiesen, dass er zu Recht zu den letzten großen Altmeistern des Musikbusiness zählt.

Sie sind Helden

Die wirklich großen Comebacks allerdings wurden allesamt von weiblichen Musikstars bestritten. Ihr Weg war um einiges beschwerlicher als der ihrer oben genannten Kollegen, führte er doch von der Konzertbühne ins Krankenbett und wieder zurück. Mit unermüdlichem Willen und bewundernswertem Durchhaltevermögen haben Anastacia, Sheryl Crow und Kylie Minogue ihre Brustkrebserkrankungen überstanden.

Während Sheryl Crow das Rampenlicht noch scheut und Antastacia ihre Hochzeit plant, sucht Kylie den Weg und erhält dafür den entsprechenden Lohn. Denn das Publikum und mit ihm die ganze Welt feierten das Showgirl so, wie es sich für eine Kämpferin gebührt. Und für eine sowieso.