Musik

Gespräch mit Melissa Etheridge

Im Wissen um die Möglichkeiten des DVD-Formats veröffentlicht Melissa Etheridge mit „Live… and Alone“ erstmals einen Konzertmitschnitt. Gegenüber musikwoche.de erklärt die Sängerin zudem, warum sie dafür den Vertrieb wechselte.

“Island Def Jam weiß sehr gut, was ich hier in den Staaten schaffen kann“, erzählt die 41-Jährige im Gespräch mit musikwoche.de. Bei der Firma erschienen ihre bislang sieben Studioalben und – für den US-Markt – im Herbst vergangenen Jahres auch ihr DVD-Debüt „Live… And Alone“ (Bestellnummer: 201833 7). „Aber sie wissen nicht viel über meinen Status im Rest der Welt, so dass sie mir dafür die Rechte überlassen haben und mein Management und ich zu Sony gingen“, berichtet Etheridge.

Die Entscheidung für das DVD-Projekt liegt indes weiter zurück. Schon immer habe sie einzelne Live-Alben wie die klassischen Mitschnitte von Peter Frampton oder Grand Funk Railroad verehrt, kritisiert jedoch an anderen Konzertaufnahmen die mangelnde Ehrlichkeit, weil bei der Post-Produktion oft noch weitere Overdubs hinzukommen oder ein Song aus mehreren Auftritten zusammengesetzt wird. Als dann die Entscheidung fiel, ihre letzte CD, „Skin„, mit einer Solo-Tour vorzustellen und ihr klar wurde, dass sich diese besondere Situation wohl so schnell nicht wiederholen würde, entschloss sie sich 2001, ein Konzert mitschneiden zu lassen, „ohne dass wir zunächst wussten, was wir damit anfangen sollten“, so Etheridge.

Doch seitdem habe die Musik-DVD so große Fortschritte gemacht, dass die Grammy-Preisträgerin lieber eine DVD als ein herkömmliches Live-Album erstellen wollte. „Ich fühle, dass ich live am besten bin und wollte meinen Fans das komplette Konzert mit den dazugehörigen Bildern geben. Auf der DVD, das bin bloß ich und ganz ohne Tricks.“ Zusammen mit Blaine Graboyes, einem renommierten Creative & Development Director für Musik-DVDs, entwickelte sie das DVD-Konzept, bei dem auf zwei Discs neben dem eigentlichen Live-Mitschnitt noch weitere, zum Teil sehr persönliche Inhalte enthalten sind. Mittelpunkt sei jedoch ihr zweistündiges Solo-Konzert aus Los Angeles. Ob die DVD als Zukunftsmedium die Lage der Musikindustrie verbessern wird, kann sie nicht sagen. „Für mich war es nur der richtige Zeitpunkt, eine DVD zu veröffentlichten, und meine Fans in den USA haben sie hervorragend angenommen. Inzwischen arbeite ich schon am nächsten Studioalbum mit meiner Band.“ In Amerika erreichte die DVD mit bislang 35.0000 verkauften Einheiten den zweiten Platz in den „Billboard“-Musik-DVD-Charts.