Musik

Gericht in Taiwan weist P2P-Klage ab

Die Musikbranche erlitt in Taiwan einen Rückschlag im Kampf gegen die Onlinepiraterie: Ein Bezirksgericht sprach die Betreiber der P2P-Plattform ezpeer vom Vorwurf der Verletzung von Urheberrechten frei.

Die Musikbranche erlitt in Taiwan einen Rückschlag im Kampf gegen die Onlinepiraterie: Ein Bezirksgericht sprach die Betreiber der P2P-Plattform ezpeer vom Vorwurf der Verletzung von Urheberrechten frei. Das Geschäft der Tauschbörse ezpeer gründe sich nicht auf der Reproduktion oder dem Vertrieb urheberrechtlich geschützter Werke, befand das Gericht nach einer mehr als 30 Monate dauernden Untersuchung. Die rund 300.000 ezpeer-Mitglieder können die chinesischsprachige P2P-Applikation für eine so genannte „Softwarenutzungsgebühr“ von 100 taiwanesischen Dollar oder umgerechnet 2,65 Euro pro Monat nutzen, um Musik und andere Medieninhalte frei zu tauschen.

„Das ist der schwärzeste Tag für unsere Branche“, klagte der taiwanesische IFPI-Generalsekretär Robin Lee der „Taipeh Times“. „Wir werden bis zur letzten Instanz klagen.“ Zudem kündigt Lee an, auch einzelne Nutzer der Plattform ins Visier zu nehmen.

Die IFPI führt Taiwan in ihrem kürzlich veröffentlichten Bericht zur kommerziellen Piraterie nicht mehr als eine der zehn am schwersten vom Piraterieproblem betroffenen Nationen, dennoch steht das Land weiterhin unter besonderer Beobachtung der Tonträgerbranche. Zwar sei die Zahl der physischen Raubkopien in Taiwan zuletzt rückläufig gewesen, dafür hätte aber die Onlinepiraterie neue Dimensionen erreicht. Parallel zum Verfahren gegen ezpeer hat die IFPI auch die Betreiber der zweiten bedeutenden Plattform Taiwans, Kuro, vor Gericht gebracht.