Musik

Geht EMI einkaufen?

Der britische Musikgigant EMI steht möglicherweise vor zwei attraktiven Aquisitionen. Eine Sprecherin bestätigte, daß ihr Unternehmen sowohl am Klassik-Musikverlag Boosey als auch an der Bücherkette Waterstones interessiert sei.

Boosey – genauer die Boosey & Hawkes Plc – wäre ein lohnender Zugewinn für EMIs Musikgeschäft. Der Spezialist für klassische Musik führt insbesondere Werke von Rachmaninoff, Stravinsky und vielen Komponisten dieses Jahrhunderts im Katalog. Der US-Publisher Carl Fisher, jetziger Hauptanteilseigner bei Boosey, möchte seinen 45,3%-Anteil verkaufen.

Während Analysten der Londoner City den Zukauf der Boosey-Musiksparte durch die EMI als attraktives Investment für den Riesen sehen, erregt der dann wahrscheinliche Verkauf der Musikinstrumenten-Sparte von Boosey durch die EMI den Unmut in der britischen Musikszene. Bereits im Juli hatten Komponisten wie Harrison Birtwistle und James MacMillan vor solch einem Szenario gewarnt.

Der Zukauf der Bücherkette Waterstones würde ebenfalls Sinn machen; Zusammen mit der bereits im EMI-Besitz befindlichen Bücherkette Dillons könnte die EMI damit ihrer Büchersparte eine gewisse kritische Masse verleihen: Der Marktwert der beiden Ketten zusammen wäre höher als der der beiden Einzelketten. Ein Verkauf von Dillons/Waterstones durch die EMI dürfte dann mittelfristig bevorstehen.