Musik

Geburt einer makellosen Soul-Legende

Seit Jahren im Geschäft, hat John Legend bisher anderen die Hits geschrieben. Doch mit seinem Debüt „Get Lifted“ hat das jetzt ein Ende. Vermutlich für immer.

Der Songwriter und Sänger ist schon viel zu lange im Musikbusiness unterwegs, um nicht bereits alle Höhen und Tiefen, die dieses Geschäft bietet, selbst miterlebt zu haben.

Bevor er einen Vertrag mit Columbia Records unterschrieb, war er bereits als Songlieferant für Künstler wie Alicia Keys, Talib Kweli, Britney Spears, Jay-Z, die Black Eyed Peas und Lauryn Hill aktiv.

Zudem hat er in den letzten fünf Jahren in Eigenregie bereits einige CDs veröffentlicht und mehrere hundert Konzerte gespielt. Nicht zu vergessen seine Arbeit als Leiter des Chors der Bethel-A.M.E.-Kirche außerhalb von Philadelphia: Diese Position musste er nach neun Jahren wegen Zeitmangel aufgeben.

Hits für andere

Kein Wunder, gehört John Legend mittlerweile doch zu den gefragtesten Songwritern der US-Musikszene. Es ist kaum zu glauben, dass ihm zwischen all den Verpflichtungen noch Zeit blieb, endlich seine eigene Karriere in Angriff zu nehmen.

Mit „Get Lifted“ ist ihm ein Album ohne jeden Makel gelungen, bei dem er vor allem auf die Unterstützung von HipHop-Produzent Kanye West zählen konnte, an dessen 2004 erschienenem Debütalbum „The College Dropout“ er ebenfalls maßgeblich beteiligt war.

„Am schwierigsten war es in der Tat, aus den vielen Songs, die ich in den letzten Jahren geschrieben hatte, die richtigen auszuwählen“, erklärt John Legend. „Aber ich habe inzwischen ein recht gutes Gefühl dafür entwickelt, welche Stücke zusammenpassen, damit das Album einen perfekten musikalischen Fluss entwickelt.“

Tod dem Mittelmaß

Neben Kanye West waren an den Aufnahmen noch will.i.am von den Black Eyed Peas sowie als Gast-Rapper Snoop Dogg beteiligt, der mit seinen entspannten Reimen einen der besten Tracks des Albums veredelt: „I Can Change“.

„Für mich ist immer die Qualität eines Songs entscheidend“, sagt Legend. „Mir war von Anfang an klar, dass ich in meinen Leben nicht noch einmal eine solche Chance bekommen würde. Deshalb habe ich für ‚Get Lifted‘ so hart wie möglich gearbeitet.“

Die Qualität des Albums liegt weit über dem Durchschnitt vergleichbarer Produktionen. „Für mich muss jeder Track auch als Single funktionieren. Erst dann bin ich mit mir richtig zufrieden.“

Legenden als Namensgeber

Seinen Künstlernamen John Legend verdankt Stephens der Tatsache, dass viele Freunde seinen Gesangsstil oft mit Soul-Legenden wie Curtis Mayfield oder Stevie Wonder verglichen. Irgendwann akzeptierte er dann, dass er von nun an John Legend hieß.

„Zuerst war ich mir nicht wirklich sicher, was die Menschen von jemandem halten würden, der sich bereits im Namen mit Legenden auf eine Stufe stellt. Die Reaktionen waren aber durchweg positiv; ich verehre diese Künstler wirklich.“

Der lange Weg zum Vertrag

Neben dem Einfluss, den Gospelmusik auf ihn ausübte, begeisterten ihn vor allem Musiker wie Michael Jackson, Marvin Gaye oder Al Green bereits in früher Jugend. Eines der außergewöhnlichsten Stücke auf „Get Lifted“ ist „I Don’t Have To Change“, bei dem John Legend seine ganze Familie mitsingen ließ.

Obwohl er so lange auf einen Plattenvertrag warten musste, hat er nie den Glauben verloren, dass es am Ende doch noch klappen würde: „Irgendwann musste einfach jemand zugreifen. Die Reaktionen der Leute bei den Konzerten waren über die Jahre so positiv; das hat mich immer wieder neu motiviert.“