Musik

Gary Moore: Rückkehr zum vertrauten Bluesrock-Sound

Auf seinem neuen Album „Scars“(Sanctuary/Zomba) wendet sich der irische Gitarrist und Sänger Gary Moore – nach Ausflügen in Drum“n“Bass- und Blues-Gefilde – verstärkt modernen Rock-Klängen zu.

Die Gerüchteküche hatte im Vorfeld heftig gebrodelt. Stilistisch habe er wieder einmal das Ruder herumgeworfen, nach Hardrock, Blues und Drum“n“Bass würde er mit seinem neuen Album „Scars“ (Bestellnummer: 345.4382.2) auf Nu Rock setzen. Doch ganz so drastisch fielen die Neuerungen dann doch nicht aus. Zwar hat der 50-jährige Gitarrist und Sänger aus dem Norden Irlands seinen Sound modernisiert. Doch ist der Blues immer noch deutlich herauszuhören, auch wenn es wieder kräftiger und aggressiver rockt. Was daran liegt, dass er zur traditionellen Trio-Besetzung zurückgekehrt ist, wobei ihn der frühere Skunk-Anansie-Bassist Cass Lewis und Drummer Darrin Mooney (Primal Scream) unterstützen.

„Es stimmt schon, die CD komprimiert im Grunde meine ganze Karriere“, räumte Moore im Gespräch mit musikwoche.de ein. „Ich habe in den letzten ein, zwei Jahren wieder vermehrt Jimi Hendrix gehört und wollte ursprünglich eigentlich auch stärker in diese Richtung gehen. Doch in unserem Zusammenspiel als Trio entwickelte sich fast von selbst dieser moderne Rock-Sound – die beiden anderen haben mich gewissermaßen mit sich gezogen“, erzählt Moore. Zugleich klingt durch, dass Moore immer noch mit Leib und Seele und viel Herzblut Gitarrist ist. „Die meisten meiner Fans werden das neue Album mögen, weil sehr viel mehr Gitarre darauf zu hören ist als auf meinen letzten Platten.“

Die ersten Reaktionen vor allem bei Radiosendern seien genau so ausgefallen, bestätigt Maren Kumpe, Labelmanagerin GSA bei Santuary: „Bei Garys Promotionreise kamen viele Radio-Leute, um ihn zu interviewen.“ Neben den üblichen Anzeigen in Musiker-Fachmagazinen und wichtigen Musikzeitschriften legte Sanctuary einen besonderen Schwerpunkt auf den Retail-Sektor, mit zahlreichen Aktionen in Zusammenarbeit mit Händlern und Ketten. Hinzu kommt im Oktober eine ausgedehnte Deutschland-Tour Gary Moores, die der Künstler nach eigener Aussage kaum abwarten kann. „Deutschland war schon immer ein gutes Pflaster für mich, und ich freue mich darauf, wieder im Trio zu spielen. Da kann ich spontan und ohne irgendwelche Zwänge improvisieren.“