Musik

Gang Go und Kontor machen Klingelton-Hit zu echtem Song

Normalerweise werden Songs zu Klingeltönen. Doch es geht auch andersrum. Das Produzententeam von Gang Go baute das Jamba-Motiv zur Dance-Version aus, die Kontor/edel als Single veröffentlichte. Ein Beispiel, das Schule machen könnte.

“Es bietet sich doch geradezu an, aus einem erfolgreichen Klingelton einen Song zu machen“, sagt Louis Spillmann von Gang Go im Gespräch mit musikwoche. Die Idee zum Hit stammte vom Gang-Go-Team um Geschäftsführer Gottfried Engels, der auch den Songtext lieferte. Der erfolgreichste Jamba-Klingelton Europas nahm so den umgekehrten Weg der herkömmlichen Klingeltonkarriere. Gang Go, ehemaliges WEA-Label, nahm Kontakt zu Kontor/edel auf und traf auf offene Ohren. Kontor-Chef Jens Thele kann sich gut vorstellen, dass noch mehr Klingeltöne den Sprung zur Single schaffen. Thele erzählt: „Während das Team von Gang Go schon angefangen hat, den Song zu produzieren, haben wir mit Jamba Kontakt aufgenommen, die sehr aufgeschlossen waren. Das Ganze musste sehr schnell gehen, weil der Song brandheiß war und so schnell wie möglich in die Clubs sollte.“

10.000 Exemplare wurden ausgeliefert, das Marketing startet Ende der Woche mit TV-Spots auf RTL II, Vox, MTV II, Viva und Viva Plus. Zur weiteren Zusammenarbeit von Kontor und Gang Go wollten sich beide Parteien noch nicht äußern. Man prüfe derzeit, ob und wie eine Kooperation auf eine vertragliche Basis gestellt werden könne, so Thele. Für Jamba kam der Erfolg des Nilpferd-Klingeltons überraschend. „Mit so einem Hype haben wir nicht gerechnet“, gib Jamba-Pressesprecher Thilo Bonow zu. Jetzt plant Jamba schon die nächsten Ringtone-goes-Single-Projekte. „Wir werden dran bleiben und in Zukunft die gesamte Verwertungskette bei unserer Produktplanung mit einbeziehen“, so Bonow. Mit dem Hippo-Nachfolger Rhino, einem Rhinozeros, das über massive TV-Werbung zur Kult- und Merchandising-Figur aufgebaut werden soll, hofft Jamba auf den nächsten Hit. Der soll dann weitgehend in Eigenregie produziert werden. Mögliche Kooperationspartner stehen noch nicht fest.