Auf dem Markt der Budget-Ware gilt es gelegentlich, die Spreu vom Weizen zu trennen. Denn oft ist leider nicht rechtens, was auch billig ist, und so manche CD-Box mit auf den ersten Blick attraktiver Hitzusammenstellung greift auf Repertoire aus dunklen Quellen zurück. Auf Wühltischen und in Krabbelkisten der Kaufhäuser verstecken sich unter rechtlich einwandfreier Lizenzware eben auch immer mal wieder schwarze Schafe. „Unter dem manchmal dubiosen Image solcher CDs leiden dann auch die seriösen Anbieter“, weiß Jens Bohn, Sales Manager für Deutschland und die Schweiz beim holländischen Budget- und Midprice-Spezialisten Galaxy Music.
Die Holländer setzen deshalb bewusst auf Qualität – bei der Zusammenstellung ihrer Produkte wie auch bei der Verpackung und beim Marketing. „In diesem Marktsegment reicht es in der Regel nicht mehr aus, irgendwelche Oldies lieblos zum Paket zu schnüren, um das Ganze dann über den niedrigen Preis unters Volk zu bringen“, sagt Bohn, der zu seinen Kunden die wichtigsten deutschen Ladenketten und Kaufhäuser zählt. „Deshalb legen wir viel Wert auf ein stimmiges inhaltliches Konzept und eine adäquate Verpackung.“ Was Bohn damit meint, demonstrieren die beiden Serien „Voices Of Africa“(2001) und „This Is Africa“. Mit diesen Folgen beweist Galaxy Music, dass sich auch Weltmusik im Budgetsegment gut verkaufen lässt. Die sechs CDs von „Voices Of Africa“ bieten einen abwechslungsreichen Streifzug durch den Ethnopop des Kontinents – mit Beiträgen aus dem Senegal, Guinea, Kongo und Südafrika. Die ganze Vielfalt südafrikanischer Musik findet sich auf den zwölf CDs der neuen Reihe „This Is Africa“.
Dass Musik aus Südafrika im Galaxy-Katalog einen großen Stellenwert einnimmt, kommt nicht von ungefähr: Die holländische Firma betreibt in Kapstadt eine Zweigstelle. So verwundert es nicht, dass Galaxy unter dem Label „Music Around The World“ einen umfangreichen Katalog mit Weltmusik aus 60 Ländern vermarktet. Aber auch das Reggae-Angebot der Holländer ist beeindruckend: Die 23 CDs der Reihe „The Story Of Jamaican Music“ lassen kaum Wünsche offen. Für Jazz- und Blues-Freunde hat Galaxy zudem einen umfangreichen Katalog im Angebot, der zum Beispiel unter den Namen „Jazz Café“ und „Blues Café“ Konzertmitschnitte der wichtigsten Musiker bietet, manche aufgenommen in Cannes im Rahmen der Midem, andere in New York oder Florida. Zu Partnern in mehr als 50 Ländern unterhält Galaxy Geschäftsbeziehungen, wobei auch das Lizenzieren eigener Aufnahmen nicht zu kurz kommt. So gibt es beispielsweise eine „Lounge“-Serie von Instrumentalaufnahmen mit unterschiedlichen musikalischen Klangfarben, „The Latino Lounge“, „The Oriental Lounge“, „The Asian Lounge“ und so weiter, die sich laut Bohn zum Renner bei internationalen Lizenzpartnern entwickelt hat.
Und schließlich erfreuen sich auch die elf CDs aus der Reihe „Workout & Fitness“ großer Beliebtheit – wer will, der kann mit der passenden Begleitmusik auf dem Heimfahrrad trainieren, Stretching-Übungen machen oder Gymnastik treiben. Galaxy lässt alle CDs in Griechenland fertigen, und so erklärt es sich dann vielleicht auch, dass man sogar eine Serie „The Sound Of Original Greek Music“ im Programm hat – mit Bouzouki, Sirtaki und allem anderen, was der mitteleuropäische Hörer gemeinhin mit griechischer Folklore assoziiert.
Mit dem breit gefächerten Galaxy-Angebot lässt sich, findet Jens Bohn, im Handel so manche Lücke schließen, die sich eventuell bei anderen Segmenten aufgetan hat. „So gesehen handelt es sich gerade beim Budget-Repertoire um einen ausgezeichneten Kalkulationskompensator für den Handel“, betont Bohn. „Es stimmt schon: Qualität hat ihren Preis. In unserem Fall muss es allerdings heißen: Qualität ist preiswert. Und das weiß der Handel zu schätzen.“



