Mit Capital Radio und GWR fusionieren zwei der größten britischen Privatradio-Unternehmen. Das neue Senderkonglomerat erreicht 18 Mio. Hörer und soll sich damit 40 Prozent des Werbekuchens sichern. Dieser beträgt jährlich rund 660 Mio. Pfund (963 Mio. Euro). Capital Radio und GWR werden zusammen über 55 lokale analoge Stationen, 93 Digitalsender und einen landesweiten Kanal verfügen. Eine Medienkonzentration, die bei Kritikern Befürchtungen erwachsen lässt, die britische Radiolandschaft werde bald ebenso durchformatiert sein, wie der von Clear Channel dominierte Markt in den USA. Besonders das erwartete Wachstum im Bereich Digitalradio brachte die beiden Unternehmen zusammen. Der klassische Radiomarkt macht in Großbritannien derzeit etwa acht Prozent des gesamten Werbeumsatzes aus, die neuen digitalen Sender werden diesen Anteil jedoch laut Experten in den nächsten Jahren auf rund zehn Prozent wachsen lassen. Die Radiohochzeit muss noch genehmigt werden und wird über einen reinen Aktientausch abgewickelt. Danach sollen Capital-Aktionäre 52 Prozent am fusionierten Unternehmen halten. Das Spitzenmanagement bleibt dabei unverändert: Chairman wird GWR-Mann Ralph Bernard, den CEO-Posten übernimmt Capital-Chef David Mansfield. Die beiden Sender erwarten, dass das fusionierte Unternehmen bei einem Jahresumsatz von 243 Mio. Pfund (354,6 Mio. Euro) einen Vorsteuergewinn von rund 40 Mio. Pfund (58,4 Mio. Euro) erwirtschaften wird. Beobachter erwarten, dass künftig noch weitere Privatradios von der „Fusionitis“ angesteckt werden.
Fusion ordnet britischen Radiomarkt neu
Mit Capital Radio und GWR fusionieren zwei der größten britischen Privatradio-Unternehmen. Das neue Senderkonglomerat erreicht 18 Mio. Hörer und soll sich damit 40 Prozent des Werbekuchens sichern.


