Seit 1995 ist das Fundraising-Dinner fester Bestandteil im Kalender der Branche. In den letzten Jahren am Vorabend des Echo angesiedelt, bewies die Charity-Veranstaltung in diesem Jahr, dass auch ohne den Mega-Event im Rücken ein gelungener und einträglicher Abend entstehen kann: Mit über 730.000 Mark spendeten die geladenen Gäste mehr als je zuvor für die Stiftung.
Ein Rekord, der bei Stiftungsgeschäftsführerin Fiona von Vaernewyck sowie beim „Chefspendeneintreiber“ und Moderator Monti Lüftner sichtlich für Rührung sorgte. Besonders dankbar zeigten sich auch Prof. Dr. Dagmar Gustorff und Prof. Dr. Lutz Neugebauer, die beiden Leiter des Instituts für Musiktherapie an der Privatuniversität Witten/Herdecke. Mit einem Videobeitrag dokumentierten sie für die Branche die Erfolge ihrer Arbeit.
Eine beeindruckende und zugleich nachdenklich stimmende Demonstration, die in der vollbesetzten Alten Börse der Handelskammer Hamburg aufmerksame Ruhe einkehren ließ. Bei der anschließenden Preis-Auktion griffen dann viele sehr tief in die Taschen: Die Werbezeitenpakete bei Viva gingen für 50.000 Mark an Jan Bolz (BMG Ariola München) und für 52.399 Mark an Konrad von Löhneysen (Universal Records).
Die beiden SpotKontingente bei MTV ersteigerten Christian Wolff (BMG Ariola Hamburg) und Vera Epp-Winter (BMG Ariola Media) für je 55.000 Mark. Zwei WOM-Anzeigenpakete gingen an Jutta Zivanovic-Riedel (Bellaphon; 30.000 Mark) und Christoph Schmidt (BMG Entertainment; 37.000 Mark), der zudem noch einen Logenplatz für die Popkomm.Gala Stars2001 erstand (19.000 Mark).
Eine Rolex Yacht-Master Rolesium, gestiftet vom Juwelier Wempe, ging für 25.000 Mark an Oliver Hagedorn (Polymedia), der ankündigte, die Nobeluhr weiter versteigern zu wollen, um den Betrag für die Stiftung noch aufzustocken. Ulrich Scheele, Geschäftsführender Gesellschafter des Entertainment Media Verlag und Stiftungsratsmitglied, sicherte sich für 15.000 Mark eine Luxusreise nach Paris zum Finale der Tour de France. Zudem spendete er Anzeigen in musikwoche.de und HITShop.
10.000 Mark bot Frau Zivanovic-Riedel für das Paket in musikwoche.de und Jochen Leuschner (Sony Music) erhielt den Zuschlag für die HITShop-Anzeige (13.500 Mark). Allein durch die Auktion kamen somit rund 400.000 Mark zusammen – 50 Prozent mehr als im Vorjahr.
Beeindruckt von so viel Spendierfreudigkeit zeigte sich auch Liz Mohn, Präsidentin der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe und Präsidiumsmitglied der Bertelsmann-Stiftung, die in diesem Jahr als Schirmherrin des Dinners fungierte. In ihrer Rede wies sie eindringlich auf die Notwendigkeit privatwirtschaftlicher Initiativen im sozialen Bereich hin.
die nordoff/robbins-musik-therapie …
… ist benannt nach ihren Begründern: Paul Nordoff (1909 bis 1977) und Clive Robbins (geb. 1928). Sie trägt auch die Bezeichnung „Schöpferische Musiktherapie“ und widmet sich der Arbeit mit geistig und körperlich behinderten sowie autistischen Menschen, die unter erheblichen Einschränkungen ihrer Kommunikations- und Ausdrucksmöglichkeiten leiden.
Musik und Musizieren dienen der Nordoff/Robbins-Therapie als Zugang zu diesen zumeist jungen Menschen. Was die Therapeuten um Prof. Dr. Dagmar Gustorff und Prof. Dr. Lutz Neugebauer am Institut der Privatuniversität Witten/Herdecke leisten, verdient den vollen Respekt – nicht nur der Musikbranche. In aufopferungs- voller, monate- und jahrelanger Arbeit vermitteln sie ihren Patienten Schritt für Schritt eine Möglichkeit, mit ihrer Außenwelt Kontakt aufzunehmen.
Daneben bildet das Institut neue Therapeuten für diese Behandlungsmethode aus. Diese Aufgabe fordert neben einem sozialen Engagement auch viel Geld. Das alljährliche Fundraising-Dinner deckt immerhin einen Teil der Kosten – und dokumentiert das uneingeschränkte Bekenntnis der deutschen Musikbranche zu diesem Projekt.
Die Schirmherrin der diesjährigen Veranstaltung, Liz Mohn, machte in ihrer Ansprache deutlich, dass ohne von privatwirtschaftlicher Seite unterstützte Projekte ein umfassendes und nach neuesten Heilmethoden arbeitendes Gesundheitssystem oft nicht mehr möglich wäre. Bleibt zu hoffen, dass fortschrittliche Therapieansätze wie die des Nordoff/Robbins-Instituts demnächst auch die Anerkennung und die finanzielle Unterstützung des staatlichen Gesundheitswesen erfahren. Wie heißt es schön: Wer heilt, hat Recht.



