Adam Freeland arbeitet zwar immer noch als DJ, doch er sucht seit einiger Zeit intensiv nach anderen musikalischen Ausdrucksformen. Gemeinsam mit Gitarrist Antonio, Bassist Carlos, Schlagzeuger Jim Carmichael, Sängerin Alison David und Sänger Martin Fishely, der früher bereits im Umfeld von Pressure Drop arbeitete, ist Freeland mit „Now & Them“ ein aufregender stilistischer Bastard zwischen Rock und Elektronik gelungen. „Der Vorteil einer Band gegenüber einem DJ liegt auf der Hand“, erklärt er. „Denn mit einer Gruppe kannst du ohne Probleme eine Aussage transportieren.“ Als DJ seien die Möglichkeiten in dieser Hinsicht extrem beschränkt. „Mich reizt es einfach, mich nicht mehr hinter zwei Plattenspielern zu verschanzen, sondern mit meinem Publikum in einen direkteren Kontakt zu treten.“
Diese Erfahrung möchte Freeland nicht mehr missen. „Wir haben mit der Band bereits an die 20 Shows gespielt und gerade eine Tour in England beendet. Auf der Bühne musst du zwangsläufig irgendeine Art von Performance abliefern. Als DJ kannst du einfach den Kopf einziehen und so tun, als wärst du nicht da.“ Davon will Freeland, der bereits seit 1992 als DJ und Produzent arbeitet, allerdings nichts mehr wissen. Für ihn markiert dieses Album einen Neubeginn. „Es ist natürlich deutlich spannender, mit einer Band auf einer Bühne zu stehen. Das hält den Adrenalinpegel automatisch sehr hoch“, sagt er. Drei Jahre hat er an dem Album gearbeitet; alles andere als ein Schnellschuss, wie Freeland bekennt, „sondern ein langwieriger, manchmal durchaus schmerzhafter kreativer Prozess. Es gibt immer mal wieder Momente, wo dich die Selbstzweifel packen, in denen der Druck, den man sich meist selbst auferlegt, einfach zu groß wird.“ In Deutschland erscheint das Album auf Grönland Records, dem Label von Herbert Grönemeyer. „Irgendwer hat ihm die fast fertige Platte vorgespielt, und er war spontan begeistert. Nicht nur von der Musik, sondern auch von der Message hinter den Songs.“ Denn Adam Freeland entpuppt sich durchaus als kritischer Geist, der in Stücken wie „We Want Your Soul“ oder „Mind Killer“ kein gutes Haar an der westlichen Konsumgesellschaft lässt.



