Musik

Französischer Minister kritisiert Musikbranche

Wenig Verständnis für die Sorgen der Musikwirtschaft scheint der französische Industrieminister zu haben. Im Interview mit der Zeitung „Le Parisien“ las Patrick Devedjian der Branche eher die Leviten.

Wenig Verständnis für die Sorgen der Musikwirtschaft scheint der französische Industrieminister zu haben. Im Interview mit der Zeitung „Le Parisien“ las Patrick Devedjian der Branche eher die Leviten. Die Plattenfirmen sollten endlich „aufhören, über die Internetpiraterie zu weinen“. Stattdessen sollten sie sich Gedanken über ihre Preisstrukturen machen: „Die Preise müssen bei CDs und Downloads sinken.“ Devedjian berichtete, eine von ihm in Auftrag gegebene Umfrage habe ergeben, dass vor allem deshalb auf illegale Angebote ausgewichen würde, weil CDs zu teuer und bestimmte Titel nur noch in P2P-Börsen erhältlich seien. Das Angebot müsse deshalb generell wieder größer und diversifizierter werden, so Devedjian. Außerdem müssten mehr legale, kommerzielle Download-Angebote bereitgestellt werden: „Dann findet die Musikindustrie auch Ihre Kunden wieder.“ Der Minister regte an, die Industrie möge überhaupt stärker in neue Technologien investieren und diese als Chance und nicht als Bedrohung sehen. Die CD, so Devedjian, sei „eine überholte Technologie“, um sie zu kämpfen sei demnach von vornherein vergeblich. Die Forderung nach einer Senkung des Mehrwertsteuersatzes bezeichnete der Minister als „Rückzugsgefecht“, das die Probleme der Branche nicht lösen werde.