Musik

Frankreichs SACEM legt Jahresbericht vor: Miyet übertrifft Umsatzerwartungen

Bernard Miyet, Nachfolger von Jean-Loup Tournier als Generaldirektor der französischen Urheberrechtsgesellschaft SACEM, erzielte im vergangenen Geschäftsjahr, passend zum 150. Jubiläum der Gesellschaft, ein Rekordergebnis in Höhe von
3,9 Milliarden Francs – umgerechnet rund 1,16 Milliarden Mark.

Dieses Ergebnis übertrifft die Erwartungen der Gesellschaft erheblich. Die Einkünfte steigerten sich im Vergleich zu 3,7 Milliarden Francs Umsatz im Vorjahr um 6,1 Prozent, obwohl die SACEM nur ein Plus von 1,3 Prozent prognostiziert hatte. Der Zuwachs geht vor allem auf Mehreinnahmen der Rundfunkanstalten (15,1 Prozent), der Musik- und Video-Industrie (11,7 Prozent), der Kinoindustrie (13,5 Prozent) und öffentlicher Auftritte (6,2 Prozent) zurück.

Und es gibt Anzeichen, dass die Gesellschaft im laufenden Geschäftsjahr ein ähnliches Ergebnis erzielen kann: Obwohl die Einnahmen aus mechanischen Lizenzgebühren von Tonträgern in den ersten vier Monaten des laufenden Jahres nur 10,3 Prozent betrugen, erhöhten sich die Zahlungen ausländischer Schwestergesellschaften auf 12,8 Prozent, und die Gesamteinkünfte der SACEM für diesen Zeitraum wuchsen um 4,92 Prozent. Im Jahr 2000 betrugen die Tantiemen der Rundfunkanstalten 1,34 Milliarden Francs, 34,3 Prozent der Gesamteinnahmen.

Private Fernsehsender und Radiostationen waren für den Großteil des Wachstums verantwortlich. Die Lizenzgebühren in den Bereichen Video und Audio steuerten im vergangenen Jahr mit 855 Millionen Francs 21,9 Prozent des Umsatzes bei. Die Lizenzgebühren, die direkt von der französischen Musikindustrie abgeführt wurden, wuchsen um 20 Prozent. Dies vor allem deswegen, weil die SACEM jetzt Lizenzgebühren direkt von Universal France erhält, die zuvor zentrale Lizenzvereinbarungen mit der niederländischen STEMRA und der britischen MCPS hatte. Bedingt durch diesen Wechsel fielen allerdings die Einnahmen der SACEM aus den Zentralgebühren. Mehr als 47 Prozent der Audio-Lizenzen entstammen französischen Urherberrechten (1999: 44,6 Prozent).

Die Einnahmen aus Video-Lizenzen stiegen um 13 Prozent, zum einen weil Warner Home Video überfällige Gebühren entrichtete, zum anderen durch den DVD-Boom. Einnahmen aus dem Live-Musik-Sektor erreichten 626,6 Millionen Francs, diese Summe entspricht 16 Prozent aller Einnahmen. Von den Gesamtumsätzen in Höhe von 3,9 Milliarden Francs in 2000 wurden 3,1 Milliarden Francs an die Rechteinhaber ausgeschüttet – ein Plus von 3,1 Prozent im Vergleich zu 1999. Davon erhielten die SACEM-Mitglieder 2,46 Milliarden Francs, 21,6 Millionen Francs gingen an andere französische Urheberrechtsgesellschaften und 417,2 Millionen Francs an ausländische Gesellschaften.

Bei einer Verwaltungsquote von 16,2 Prozent flossen 806 Millionen Franc in die Organisation der SACEM. Die Einnahmen aus dem Ausland sanken um 15,6 Prozent auf 552,6 Millionen Francs. Schuld waren die um 39,5 Prozent niedrigeren Einnahmen aus frankophonen Gebieten in Afrika und Polynesien. Hingegen erbrachten öffentliche Auftritte französischer Künstler im Ausland 2,7 Prozent plus. Von den Gesamteinnahmen aus diesem Bereich entstammen 65 Prozent aus europäischen Ländern. Deutschland, Italien und Japan führen die Top Ten an, gefolgt von der Schweiz, Belgien, USA, England, Holland, Spanien und Kanada.

Einnahmen aus mechanischen Rechten aus dem Ausland stiegen um 8,6 Prozent und 60 Prozent dieser Einkünfte kamen aus europäischen Ländern. Es dominieren Deutschland, Schweiz, Belgien, Japan, England, USA, Italien, Spanien, Holland und Kanada. Im vergangenen Jahr traten der SACEM 3812 neue Mitglieder bei, davon 125 Musikverleger.