Am 23. September stieg das Unternehmen Hartlauer wieder in den Tonträgerhandel ein. Warum der ehemals größte Schallplattenhändler Österreichs sein Engagement in diesem Bereich massiv reduziert hatte, erklärt Geschäftsführer Robert F. Hartlauer: „Einerseits hatten wir zu wenig Platz in den Geschäften, auf der anderen Seite hat man damals gedacht, dass sich das Tonträgergeschäft sehr rasch ins Internet verlagern wird. Dass dem nicht so ist, zeigen die aktuellen Zahlen. Jetzt steigen wir mit allen 152 Geschäften wieder ein, mit einem eigenen Ladenbau, mit einer eigenen Werbung und mit einem sehr kleinen, aber sehr guten Sortiment.“ Das umfasst unter dem Motto „Best of Music & Movie“ rund 500 bis 1.000 CDs und 500 DVDs und setzt sich aus aktuellen Top-Titeln zusammen. Ende Oktober sollen über Internet-Bestellungen auch CDs und DVDs erhältlich sein, die nicht in den Regalen stehen. Hartlauer erläutert: „Wir haben in den Geschäften gar nicht den Platz, permanent ein Vollsortiment anzubieten.“ Neuerscheinungen sollen dagegen sofort verfügbar sein.
Im Jahr 2000 verstarb Firmengründer Franz Josef Hartlauer, der 1971 in Steyr ein kleines Fotogeschäft eröffnete und darauf ein Unternehmen mit heute 152 Geschäften in ganz Österreich, 1.300 Mitarbeitern und rund 180 Millionen Euro Jahresumsatz begründete. Das nach wie vor in Familienbesitz befindliche Unternehmen führt heute der Sohn des Firmengründers. Schon länger spielt er mit dem Gedanken, wieder ins Tonträgergeschäft einzusteigen, geht aber davon aus, dass mit der CD kein Geld zu verdienen ist – er sieht die Sortimentserweiterung als Frequenzbringer. Der Erfolg Hartlauers in den 80er-Jahren fußte nicht zuletzt auf einem harten Preiskampf: „Ich werde scharfe Marktpreise haben, aber nicht unter Einstandskauf verkaufen, so wie es bei Libro üblich war. Dazu bin ich zu sehr Kaufmann, und es wäre schlicht fahrlässig. Aber Kunden können bei mir zu einem absolut marktgerechten Preis kaufen.“ Um eine Fachberatung zu garantieren, werden die Mitarbeiter zur Schulung in die hauseigene Akademie geschickt. Zudem bildet „heimisches Repertoire auch in Zukunft einen Schwerpunkt“, so Hartlauer.



