Mit den ermüdenden Grabenkämpfen der deutschen Hip-Hop-Szene wollten Fettes Brot noch nie etwas zu tun haben. Daran hat sich auch auf „Am Wasser gebaut“ nichts geändert. Fettes Brot haben sich nach einer Pause – das letzte Studioalbum, „Demotape“, liegt über drei Jahre zurück – nicht neu erfunden und doch klingen die Songs deutlich erwachsener. Das Trio hat dabei nichts von seiner unbezahlbaren Ironie eingebüßt, im Gegenteil. Doktor Renz alias Martin Vandreier, König Boris alias Boris Lauterbach und Schiffmeister alias Björn Warns sind sich selbst treu geblieben und treten trotzdem weder musikalisch noch inhaltlich auf der Stelle. In einer Zeit, in der Hamburg als führende deutsche Hip-Hop-Metropole längst von Berlin abgelöst wurde, zeigen Fettes Brot mal wieder allen Zweiflern, dass die Band ihr Pulver noch längst nicht verschossen hat.
Fettes Brot – Mut zu Tiefe und Aufrichtigkeit
Seit zwölf Jahren sind Fettes Brot, unter anderem mit Hip-Hop-Hits wie „Schwule Mädchen“ oder „Nordisch By Nature“, bereits als Botschafter eines sehr speziellen Humors unterwegs. Auf „Am Wasser gebaut“, ihrem neuen Album, präsentiert sich die Band deutlich ernster, ohne jedoch auf Ironie völlig zu verzichten.



