Uwe Nettelbeck, Gründer, Produzent, Covergestalter und treibende Kraft hinter der einflussreichen deutschen Krautrockband Faust, ist am 17. Januar im Alter von 67 Jahren in seinem Haus in Frankreich gestorben.
Um die Person Nettelbeck ranken sich viele Mythen und Legenden. So soll er Ende der 60er-Jahre, als er noch als Musikjournalist arbeitete, im Auftrag der deutschen Polydor im Rock-Underground nach vielversprechenden Bands Ausschau gehalten haben. Es endete jedoch damit, dass er zusammen mit den Musikern Hans Joachim Irmler, Jean Hervé Peron, Werner „Zappi“ Diermaier, Rudolf Sosna, Gunther Wusthoff und Armulf Meifert in Wumme die Band gründete und dafür einen hohen Vorschuss erhielt.
Die ersten beiden Alben, „Faust“ und „Faust So Far“, wurden große Kritikererfolge in der Undergroundpresse, verkauften sich aber nur mäßig. Dennoch gelang es Nettelbeck, nachdem der Vertrag mit Polydor ausgelaufen war, die Band beim jungen Virgin-Label von Richard Branson unterzubringen. Auch hier erhielt die Formation einen beachtlichen Vorschuss.
Das erste Virgin-Album, „The Faust Tapes“, das 1973 zum Preis einer Single in den Handel kam, erregte viel Aufmerksamkeit. Ein noch größerer Erfolg wurde im gleichen Jahr „Faust IV“, das als eines der wichtigsten Alben der deutschen Krautrockmusik gilt. Wie bei allen Veröffentlichungen der Band war Nettelbeck hier nicht als Musiker involviert, wird aber als Produzent gelistet. Es wurde erst im vergangenen Jahr von EMI Catalogue Marketing in einer Deluxe Edition wiederveröffentlicht.
Danach trennte sich Nettelbeck von der Gruppe, die sich kurze Zeit später auflöste und in den 90er-Jahren ohne Nettelbeck wieder zusammenkam. Nettelbeck arbeitete danach vor allem als Journalist und bedeutender Publizist. Zusammen mit seiner Frau Petra gründete er die viel beachtete Zeitschrift „Die Republik“.



