Musik

Experten analysieren Soundtrackmarkt auf der Midem

Filmstudios tragen eine Mitschuld an den schrumpfenden Verkaufserfolgen von Soundtracks, konzedierte Robert Kraft im Rahmen der Midem. Der President von Fox Music beklagte, dass die Studios zu oft versuchten, Songs „mit der Brechstange“ in Soundtracks unterzubringen. Und was nicht zum Film passt, ignoriert die Kundschaft.

Filmstudios tragen eine Mitschuld an den schrumpfenden Verkaufserfolgen von Soundtracks, konzedierte Robert Kraft im Rahmen der Midem. Der President von Fox Music beklagte, dass die Studios zu oft versuchten, Songs „mit der Brechstange“ in Soundtracks unterzubringen. Der Leiter der für Soundtracks zuständigen Tochterfirma von 20th Century Fox sagte, nach dem Sensationserfolg mit „Titanic“ hätten die Studios versucht, für jeden Film einen Soundtrack mit Hits zusammenzustellen. Aber Soundtracks als reines Marketinginstrument verfingen nicht im Markt: „Die Musik sollte den Film stützen.“ Und wenn die Musik nicht zum Film passt, ignoriert die Kundschaft die zugehörige CD, so die übereinstimmende Meinung des Filmmusik-Panels.

Als leuchtendes Beispiel für eine gelungene Einbindung von Musik im Film nannte Kraft den für einen Grammy nominierten Soundtrack zu „Garden State“, der sich in den USA anhaltender Beliebtheit erfreut. Er wurde vom Regisseur und Hauptdarsteller Zach Braff selbst zusammengestellt und enthält Titel von The Shins, Coldplay, Frou Frou, Zero 7, Nick Drake, Simon & Garfunkel und Iron and Wine – ist also im herkömmlichen Sinne weitgehend frei von Hitverdacht. Dagegen war z.B. der Soundtrack zu „Spider-Man 2“ ein Flop – obwohl er mit vermeintlichen Zugpferden wie Hoobastank, Maroon 5, Jet und Yellowcard gespickt war. Auch sei es nicht leicht, Erfolge nach gewohntem Muster zu wiederholen. Regisseur Wolfgang Becker merkte an, dass die CD zu seinem Kinoschlager „Good Bye Lenin!“ nicht besonders gut ankam. Komponist Yann Tiersen gelang mit dem Score zu „Die fabelhafte Welt der Amélie“ noch ein Bestseller, doch „Lenin“ blieb in den Regalen liegen. „Ich verstehe gar nicht warum. Das ist schon merkwürdig. ‚Amélie‘ konnte man überall hören, sogar am Flughafen von Moskau“, so Becker.

Laut Kraft ist auch die falsche Aufteilung der Verantwortlichkeiten ein Grund für Flops. Werbetrailer für Filme seien inzwischen ein allseits beliebtes Mittel zur Bewerbung eines Songs geworden, doch die Entscheidung darüber, welche Songs in den Trailer kommen, liege bei den Marketingleuten, statt bei den Kreativen. „Ich bemühte mich einmal um Mariah Carey für einen Film, aber sie machte zur Bedingung, dass sie in jedem Trailer vorkam. Weil ich ihr diese Garantie nicht geben konnte, platzte der Deal.“

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