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Ex-Chef von Hundert,6 muss vor Gericht

Mehr als ein Jahr nach der Aufsehen erregenden Pleite des Berliner Radiosenders Hundert,6 droht dem einstigen Geschäftsführer nun der Prozess. Thomas Thimme wird sich wegen Untreue und Insolvenzverschleppung vor Gericht verantworten müssen.

Mehr als ein Jahr nach der Aufsehen erregenden Pleite des Berliner Radiosenders Radio Hundert,6 droht dem einstigen Geschäftsführer nun der Prozess. Thomas Thimme wird sich wegen Untreue und Insolvenzverschleppung vor Gericht verantworten müssen. Einem Bericht des Magazins „Focus“ zufolge wirft die Staatsanwaltschaft Thimme vor, erst im April 2005 die Zahlungsunfähigkeit der Radio Hundert,6 Medien GmbH gemeldet zu haben, obwohl der Sender schon Ende 2003 insolvent war. Außerdem soll der Geschäftsführer Thimme der Privatperson Thimme ab April 2002 jeden Monat Darlehen gewährt haben und somit eine Gesamtschuld von 230.000 Euro angesammelt haben. Ende 2003 habe die GmbH Thimme dann diese Schuld erlassen.

Die Geschäftsleitung um Thimme hatte Anfang April 2005 Insolvenz angemeldet und die Sendelizenz für Hundert,6 auf eine neue Trägergesellschaft übertragen. Thimme und einige Mitarbeiter seines Vertrauens aus den Bereichen Marketing und Moderation hatten danach in der Nacht zum 18. April technisches Inventar aus den Sendestudios in neue Räumlichkeiten verlegt und am Morgen darauf den Sendebetrieb von dort aus wieder aufgenommen. Gewerkschaft und Betriebsrat hatten ihm dabei eine „Nacht- und Nebel-Aktion“ vorgeworfen. In der Folge vergab die Medienanstalt Berlin-Brandenburg die Lizenz an die Netzeitung Beteiligungs GmbH und Motor FM.

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