Musik

Europäische Verbraucherschützer fordern digitale Bürgerrechte

Die Brüsseler Verbraucherschutzvereinigung BEUC lancierte am 10. November eine Kampagne unter dem Motto „Kunden sind keine Piraten“ – und vertritt dabei Thesen, die den Interessen der Entertainmentbranche direkt entgegenstehen.

Die Brüsseler Verbraucherschutzvereinigung BEUC – Bureau Européen des Unions de Consommateurs – lancierte am 10. November mit Unterstützung der EU-Parlamentarierin Zuzana Roithová eine Kampagne unter dem Motto „Kunden sind keine Piraten“. Freunde in der Entertainmentbranche will die Organisation mit ihrem Vorstoß offenbar nicht gewinnen. So postuliert BEUC-Direktor Jim Murray: „Es ist höchste Zeit, dass Verbrauchern einige Grundrechte in der digitalen Welt eingeräumt werden und ihnen endlich gesagt wird, was sie denn nun wirklich mit ihrer Hardware und den digitalen Inhalten anfangen dürfen.“ Stattdessen insistiere die Entertainmentbranche darauf, die Konsumenten „darüber zu informieren oder besser falsch darüber zu informieren“, was sie in der digitalen Welt nicht machen dürften, heißt es beim BEUC.

Dass P2P-Nutzer genauso Diebstahl begehen würden wie Ladendiebe oder dass Künstler von manchen Internetnutzern beraubt werden würden, das alles seien Wahrheiten einer ganz bestimmten Interessengruppe der Musik- und Filmkonzerne, die man satt habe, schimpft die Organisation in ihrer Pressemitteilung weiter. Die Lobbyvereinigung fordert nun u.a. den Erhalt von Auswahlrechten, Informationszugang und den Schutz der Privatsphäre. Außerdem auf dem Forderungskatalog: das Recht auf die Interoperabilität von Geräten und Inhalten.