Das Kölner Institut für Handelsforschung kam im Rahmen einer Studie bei der Auswertung von Kasenbons zu dem Schluss, dass sich mit der Anpassung der Euro-Preise an das heutige Preisgefüge ein Dilemma für den Einzelhandel anbahnt.
Rund zwei Drittel der neuen Euro-Preise müssten auf einen niedrigeren dominanten Preis abgerundet werden, nur ein Drittel der heutigen Preise würde Spielraum zu einer Preiserhöhung geben. Um weitere Einbußen bei den schon heute knappen Margen zu vermeiden, sollten Händler die Aufrundung von Preisen im Zuge des neuen Euro-Gefüges spätestens jetzt planen.
Allerdings sollten sie abwägen, bei welchen Produkten die Preise in welchem Umfang und in welchem Abstand zur nächsten Preisgruppe steigen können. Preiserhöhungen zum 1. Januar sind zu vermeiden, da Kunden zur Währungsumstellung erst recht aufmerksam die Preisschilder studieren: „Die Verbraucher sind mündig und reagieren sehr sensibel auf alle Preisveränderungen. Wer zu teuer ist, den bestraft der Markt“, erklärte Hermann Franzen, Präsident des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels. Gleichzeitig wies er zurück, dass der Euro ein Preistreiber sei.
Bericht zum ehrhöhter Bedarf an Wechselgeld
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Aktive Strategie für Euro-Signalpreise nutzen
Eine durchschnittliche Hochpreis-CD sollte derzeit im Verkauf rund 35 Mark kosten, daneben gibt es zahlreiche Angebote bis 30 Mark und – vor allem in den Bereichen Klassik und Jazz – auch CDs im Bereich bis zu 40 Mark. In den nächsten Monaten könnten sich 16 bis 19 Euro als neue Signalpreise etablieren, während alles unter 15 Euro den Angeboten vorbehalten bleiben dürfte.
Eine aktive Preisstrategie zeichnet sich dadurch aus, dass Händler bereits jetzt künftige Euro-Signalpreise einkalkulieren: So könnte zum Beispiel eine einfache Hochpreis-CD 17,95 Euro oder umgerechnet 35,11 Mark kosten – gegenüber einem angenommenen Preis von 34,95 Mark ein Plus von 16 Pfennigen.
Gleichzeitig könnte ein Angebotstitel 14,95 Euro oder umgerechnet 29,24 Mark kosten – gegenüber einem aktuellen Preis von 29,95 Mark ein Minus von 71 Pfennigen. Solche Differenzen können sich jedoch schnell negativ auf die Bilanz auswirken.


