Viele reden davon, er handelt: Joachim Becker. Der Labelchef und A&R-Manager von esc Records bringt seit 1996 regelmäßig Jazz-, Fusion-, Soul- und Worldmusic-Klänge für Erwachsene unters Volk – Musik für Sleeper. Becker fährt ausgesprochen gut mit seiner Veröffentlichungs-Politik: Alben von Künstlern wie Bill Evans, Joe Zawinul, Victor Bailey, Randy Brecker oder Maceo Parker gehen bis zu 30.000-mal über den Ladentresen. Selbst ein vergleichsweise unbeschriebenes Blatt wie Dean Brown fand allein in Deutschland rund 6.000 Käufer. „Wenn Marketing und Promotion stimmen“, so der Labelchef, „dann ist auch der Markt für diese Musik da“.
Und der bestehe nicht nur aus den Über-35-Jährigen: „Bei der letzten Victor-Bailey-Tour haben sich die Musiker gewundert, wie viele junge Leute in die Konzerte gekommen sind.“ Vor allem in Deutschland gebe es viele Freunde anspruchsvoller Musik. Selbst über Airplay-Resultate mag Becker nicht meckern: „Man kann das natürlich nicht mit Pop und Dance vergleichen, aber diese Musik findet in Spezialisten-Sendungen durchaus statt.“ Die gute Stimmung mag seinen Grund haben. Schließlich hat er mit dem neuen Album „Pump It Up“ (VÖ: 4. März) von Les McCann ein heißes Eisen im Feuer: „Wir gehen mit 10.000 Stück in die Läden.“
Kein Wunder, dass sich auch der Soul- und Funk-Veteran, der 1969 mit „Compared To What“ einen Genre-Evergreen landete, im neuen Labelstall wohl fühlt: „Die haben einen Superjob gemacht“, sagt der heute 66-jährige über die Arbeit von esc. „Cover-Artwork, Pressefotos und die gesamte Promotion sind erste Sahne.“ Dabei ist das Les-McCann-Album nicht das einzige Highlight der Kölner. Mit neuen CDs von Joe Zawinul, Bill Evans, Maceo Parker und dem Labeleinstand von Schlagzeuger Dennis Chambers erwartet esc einen heißen Herbst.



