Musik

Erstes bundesweites Jugendradio geht auf Sendung: Megaradio auf Mittelwelle

Mit dem neuen Privatsender Megaradio will eine national und international zusammengesetzte Gesellschaftergruppe die Mittelwelle aus dem Dornröschenschlaf reißen. Dafür konnte sie zwei namhafte Branchenprofis gewinnen.

“Megaradio ist als bundesweite Plattform für die Musikindustrie äußerst interessant, um etwa neue Acts durchzusetzen“, erklären die beiden Megaradio-Geschäftsführer Horst Bork und Michael Oplesch im Gespräch mit musikwoche.de. Die Station, die sich als „erstes bundesweites Jugendradio“ definiert, geht im Juli nach Aufschaltung von fünf weiteren, bayerischen Frequenzen mit einer technischen Reichweite von 87 Prozent bei 70 Millionen potenziellen Hörern deutschlandweit auf Sendung. Auch die Viva Media AG plant einen Mittelwelle-Sender, „aber wir waren einfach schneller“, berichtet CEO Oplesch, einst Gründungsgeschäftsführer bei Viva, Geschäftsführer bei MTV Central Europe und geschäftsführender Gesellschafter bei MME.

„In der deutschen Rundfunklandschaft fehlte bislang eindeutig ein bundesweiter Jugendsender. Wir tragen mit Megaradio dem Wunsch der werbetreibenden und der Musikindustrie nach einer nationalen Plattform Rechnung“, so sein Partner und COO Bork, der seit 1998 den Sender aufbaut, nachdem er zuvor als Geschäftsführer von Radio Energy und bei der ehemaligen Teldec tätig war. Zwar nutzt Megaradio auch Distributionswege wie Internet, Kabel und Satellit, aber 38 deutsche Senderstandorte, in die der Sender mehrere Millionen Euro investierte, sollen die Station vor allem über Mittelwelle verbreiten. Bork verweist auf ausländische Modelle wie etwa in Großbritannien, wo Virgin Radio und Capital Gold „hervorragend auf Mittelwelle laufen“. Oplesch ergänzt: „Die jugendlichen Hörer gehen völlig unvoreingenommen an die Mittelwelle, die für sie eine Neuentdeckung ist. Hier zählen allein die Inhalte, die bei der Zielgruppe ankommen müssen und der Erfolgsgarant sind.“

Deswegen sende Megaradio als „Trendradio“ eine Mischung aus aktuellen Charts-Titeln und neuen Songs, erläutert Oplesch: „Wir spüren die Hits auf, bevor die 08/15-Popsender sie zur Massenware machen.“ Spezialsendungen für unter anderem Nu Metal, Dance, HipHop ergänzen das Programm, das mit einer großangelegten Marketingkampagne auf sich aufmerksam machen will. Damit verbinden die Gesellschafter, die Medienunternehmer Steve Cosser, Dr. Wayne Burt, Dr. Peter Neustadt, Dr. Eugen von Keller sowie Henderson Private Capital, Artal Luxembourg und Marrint Ltd., auch eine hohe Profitabilität, wie Bork erklärt: „Radio ist generell sehr rentabel. Aufgrund der bundesweiten Präsenz wird Megaradio noch schneller profitabel arbeiten, als das regionalen Sendern bisher gelungen ist.“