Als vor rund 20 Jahren die CD Einzug hielt und sich das neue Medium noch durchweg im Hochpreisbereich befand, dauerte es nicht lange, und das damals kleine Klassik-Label Naxos begann, den Endbetrag für die Compact Disc kräftig zu unterhöhlen. Zehn Mark statt dreißig – das war die Devise des Naxos-Gründers Klaus Heymann, und sie ist bis heute erfolgreich geblieben. Dass Naxos auch bei weiteren Innovationen auf dem Audiomarkt am Ball bleibt, beweist die Firma nun mit dem Start einer neuen Produktlinie: In diesen Tagen bringt Naxos seine erste DVD-Audio heraus – und das wiederum zu einem Preis, der deutlich unter dem einer herkömmlichen Hochpreis-CD liegt.
Für die Premiere im Segment des neuen Formats DVD Audio haben sich die Naxos-Manager ein berühmtes Werk ausgesucht: Die „Vier Jahreszeiten“ von Antonio Vivaldi, eingespielt mit den London Mozart Players unter der Leitung von David Juritz, der auch den Violinpart übernimmt (NX 5.110001). Die neue Technologie verspricht, den Hörer zumindest akustisch in die Atmosphäre der Londoner Kirche St. Silas the Martyr zu entführen, wo die Einspielung im März 1999 entstand – und zwar als originale Sechskanalaufnahme und nicht als nachträglich im Studio aufgewertete Stereo-Aufzeichnung.
Der Vorteil der DVD-Audio liegt in der höheren Auf-lösung von 24 bit statt der im CD-Format verwendeten 16 bit. Auch die gesteigerte Abtastfrequenz von 96 kHz (gegenüber 44,1 kHz) sorgt für eine wesentliche bessere Klangtreue. Normalerweise benötigt man zum Abspielen einer DVD-Audio einen speziellen Player. Da auf den Naxos-Produkten jedoch sämtliche Tracks auch in den bestehenden Surroundsound-Standards enthalten sind, kann man sie auch mit einem herkömmlichen Equipment abspielen. Dr. Wolfgang Ruso, Geschäftsführer der Naxos Deutschland GmbH, wies darauf hin, dass das Label bereits seit einigen Jahren etwa 30 Werke in der neuen Technologie produziert habe. In Zukunft sollen jeden Monat etwa zwei spektakuläre Titel erscheinen. Darunter sind beispielsweise Gustav Holsts „Planeten“.


