Musik

Erfahrungen in aller Welt gesammelt

Mit „Aicha“ schaffte Outlandish vor drei Jahren den Durchbruch. Auf „Closer Than Veins“ verarbeitet das Trio nun unterschiedlichste stilistische Einflüsse.

Wie schon beim immens erfolgreichen Vorgänger, „Bread & Barrels Of Water„, verliert die Band auch auf ihrem neuen Album nie die musikalische Orientierung. „Der Erfolg ermöglichte es uns, die ganze Welt zu bereisen“, erzählt Waqas Quadri. „Wir sammelten dabei sehr viele Erfahrungen, gerade in Ländern, die nicht zum westlichen Kulturkreis zählen. Der Unterschied zwischen Arm und Reich ist dort viel offensichtlicher.“

Bei der Entstehung der neuen Stücke flossen die Eindrücke der drei Bandmitglieder Lenny Martinez, Isam Bachiri und Waqas Quadri mit ein. „Besonders die neuen Texte sind von unseren Erfahrungen beeinflusst. Wir sprechen viel über die guten und schlechten Seiten der Menschen, und zwar auf eine viel offenere Weise als zuvor.“

Eine Reise bildet

Auch musikalisch hat sich in den vergangenen drei Jahren bei Outlandish einiges verändert. War die letzte Platte noch deutlich stärker vom HipHop geprägt, verarbeiten die drei Musiker diesmal viele unterschiedliche Musikstile, angefangen bei arabischer Popmusik über lateinamerikanische Rhythmen bis hin zu indischen Elementen.

„Die Reisen haben unsere Sicht auf die Welt definitiv verändert. Wir lernten, besser zuzuhören, und können die Menschen unterschiedlicher kultureller Prägung besser verstehen.“

Ziel: Inspiration

Nach dem Erfolg von „Bread & Barrels Of Water“ sahen sich Outlandish mit einer gewissen Erwartungshaltung konfrontiert, sagt Quadri: „Wir wissen sehr genau, was von uns in kommerzieller Hinsicht erwartet wird. Aber der Druck, den wir verspürten, liegt eher auf der künstlerischen Ebene.“ Dennoch gelang es Outlandish auf dem neuen Album perfekt, anspruchsvolle Texte mit eingängigen Beats und Melodien zu verbinden. „Wir wollen mit unseren Songs so viele Menschen wie möglich erreichen – aber nicht um jeden Preis.“

Als Gäste begrüßt das Trio auf „Closer Than Veins“ folglich nicht berühmte Namen aus der internationalen Musikszene, sondern viele noch unbekannte Talente wie Burhan G, Taibi, Dany Rai und Sami Yusuf. „Es macht doch viel mehr Spaß, mit Leuten zu arbeiten, die wirklich Lust dazu haben“, erklärt der 29-jährige Quadri. „Was zählt, ist einzig und allein die größtmögliche gegenseitige Inspiration.“