Musik

Er vertonte sein Tagebuch

In Schweden konnte Daniel Cirera bereits 2004 mit seinem Debütalbum „Honestly – I Love you cough“ großen Erfolg feiern. Jetzt gibt’s die CD auch in Deutschland.

Auch wenn seine Musik genauso entspannt klingt wie die von Jack Johnson, beschreitet Daniel Cirera inhaltlich deutlich aggressivere Pfade. Mit seiner Single „Motherfucker – Fake Vegetarian Ex-Girlfriend“ rechnet er mit seiner früheren Traumfrau ab und brachte so seine Musikkarriere vor zwei Jahren in Schweden ins Rollen.

Der Ex verdankt er viel: Denn nach der Trennung packte er spontan die Koffer und reiste quer durch die USA und Mittelamerika, wobei er Tagebuch schrieb und nebenbei ein paar Melodien komponierte. Nach und nach entstanden so in Kalifornien und Honduras und später in Madrid die Songs für sein Debütalbum, „Honestly – I Love You Cough„.

Persönliche Einblicke

Dabei dachte er während dieser Zeit nie ernsthaft an eine Veröffentlichung. „Ich nahm die Stücke nach meiner Rückkehr in einem Kellerstudio eines Freundes eigentlich nur mal so für mich auf.“ Seine Freunde fanden die Songs jedoch so gut, dass es sich bald herumsprach. Und so erschien im September 2004 das Album.

Bald darauf wurde Daniel Cirera zum besten Newcomer seines Landes gekürt. Zwar ist das Album mittlerweile bald zwei Jahre alt, doch der Sänger und Songschreiber hat kein Problem damit, dass es erst jetzt im Rest von Europa erscheint: „Da alle meine Texte aus meinem Tagebuch stammen und ich nichts dazu erfand, bedeuten sie mir heute genauso viel wie damals. Diese Songs sind Teil meiner Geschichte, und ich habe sie ins Herz geschlossen.“

Promotion im Stripclub

Ursprünglich wollte das schwedische Musikexportbüro Cireras Album im Ausland promoten, aber wegen der recht deutlichen Texte entzog es ihm die Unterstützung. „Ich war zwar zuerst sehr enttäuscht über diese Entscheidung, beschloss dann aber, mein Schicksal in die eigenen Hände zu legen“, sagt der Künstler.

Um sein Album auch außerhalb Schwedens zu veröffentlichen, griff Cirera zu einer ungewöhnlichen Maßnahme: Er veranstaltete auf der Midem in Cannes 2005 einfach in einem Stripclub seinen eigenen Showcase – mit Erfolg, denn das amerikanische HipHop-Label Tommy Boy nahm ihn weltweit unter Vertrag.

Auch wenn seine entspannten Folkpop-Songs stilistisch nicht zum sonstigen Künstlerstamm des Labels passen, war Daniel Cirera von der Offerte mehr als angetan: „Ich hatte auch viele Angebote von anderen Labels, aber die Leute bei Tommy Boy hatten einfach das überzeugendste parat. Und so habe ich mich eben für sie entschieden.“