“Die Firmen von Libro Entertainment – und damit auch Intonation Recordings – kamen durch die Libro-Krise unverschuldet zum Handkuss“, kommentiert Spritzendorfer. Während Intonation gut wirtschaftete, zog der Mutterkonzern Umsätze aus dem Entertainmentbereich ab, ohne fällige Rechnungen zu zahlen. Spritzendorfer verweist in diesem Zusammenhang auf eine Studie des Beratungsunternehmens Roland Berger, die für Libro Entertainment eine positive Entwicklung ausweist. Die Umsatzzahlen des ersten Geschäftsjahrs entsprachen dem Plan, die Verluste lagen mit 1,1 Millionen Schilling – umgerechnet rund 157.000 Mark – weit unter den veranschlagten 2,7 Millionen Schilling.
„Durch die Libro-Krise werden wir das laufende Geschäftsjahr allerdings nicht nach Plan abschließen können“, prognostiziert Spritzendorfer, „aber wir generieren langfristige Werte mit hochwertigem Repertoire“. Spritzendorfer glaubt, dass in den kommenden Wochen ein Käufer gefunden und das Tagesgeschäft wieder unter „normalen Bedingungen“ und mit entsprechenden Budgets abgewickelt werden kann. Dagegen beklagte der nationale Intonation-Act Superherorockstar in Interviews geringe Marketingbudgets aufgrund der Libro-Krise. Spritzendorfer dazu: „Diese Bemerkungen sind überflüssig. Nach so einem Produktions- und Marketingbudget würde sich jede andere Band die Finger lecken.“
Als weiteren lokalen Schwerpunkt sieht Intonation die Formation Die Falschen Freunde, deren Album im Herbst erscheinen soll, wie auch das Album von Total Chaos, dritter nationaler Act bei Intonation. Auch mit Veröffentlichungen internationaler Acts beweist Intonation Kreativität: Fred Everything läutet eine neue DJ-Compilation-Serie ein. Mothers Finest sind gesignt, die Veröffentlichung einer Clubversion des Hits „Baby Love“ geplant. Und mit Cortizone erzeugte Intonation ein Medienecho bis nach Großbritannien, denn der englische Act konnte von Österreich aus an Virgin UK lizenziert werden.
Mit der geplanten Einführung dreier Sublabels will Spritzendorfer dem Motto „von jedem etwas“ gerecht werden: Mouth to Mouth soll sich als Schnittstelle zwischen Live- und DJ-Musik profilieren, dazu soll ein HipHop-Label und ein weiteres für kommerzielle Themen installiert werden. Spritzendorfer blickt optimistisch in die Zukunft: „Wie einst das bekannte gallische Dorf den Römern, so halten wir heute gegen alle Widrigkeiten die Stellung. Da einige Outlets und Teile der Industrie unsere enge Libro-Verknüpfung nie gutgeheißen haben, kann ich dem Rückzug von Libro durchaus auch Positives abgewinnen.‘



