Musik

Endlich Zeit für opulente Songs

Mit seiner Band, den Moldy Peaches, avancierte Adam Green zum Aushängeschild der New Yorker Antifolk-Szene. Mit „Friends Of Mine“ (Rough Trade/Sanctuary/Zomba), seinem zweiten Soloalbum, wagt er nun den stilistischen Ausbruch.

War das vor einem Jahr veröffentlichte Solodebüt „Adam Green“ noch voll von spröden, verstörenden Songs, so führt der Sänger, Gitarrist und Songwriter diesmal etwas ganz anderes im Schilde. Die 15 neuen Tracks sind deutlich opulenter instrumentiert und arrangiert. „Diesmal hatte ich viel mehr Zeit, um meine Ideen richtig zu entwickeln,“ erklärt Adam Green. „Da die Moldy Peaches erst einmal auf Eis liegen, war das Arbeiten sehr entspannt. Es gab überhaupt keinen zeitlichen Druck.“ Entsprechend klingen die Stücke auf „Friends Of Mine“ auch, denn Green hat die Möglichkeiten, die ihm ein Studio bietet, diesmal richtig ausgeschöpft.

„Mein erstes Album ist fast komplett zu Hause entstanden, und ich musste mich auf Gesang, Gitarre und Schlagzeug beschränken. Bei den Aufnahmen zu ‚Friends Of Mine‘ habe ich dagegen ausführlich mit Streichersounds experimentiert und viel komplexere Arrangements erstellt. Diesmal konnte ich viel mehr von dem umsetzen, was ich mir vorgenommen hatte. Das ist sicher mit ein Grund, warum mich mein neues Album selbst so begeistert. Ich will damit mein Solodebüt keinesfalls schlecht machen, aber jeder, der es kennt, wird den Unterschied zwischen den beiden Platten sofort bemerken.“ Und der ist in der Tat gewaltig. Adam Green verabschiedet sich von den engen stilistischen Vorgaben der Antifolk-Szene und bricht zu neuen Ufern auf. Dass seine Songs dabei manchmal sogar an Künstler wie Beck oder Julian Cope erinnern, ist eigentlich Auszeichnung genug. Der Titel des Albums gibt bereits die thematische Richtung vor, der Adam Green in den Songs konsequent folgt. „Es ist eine sehr persönliche Platte, mit Texten, die sich in erster Linie mit dem Begriff Freundschaft beschäftigen.“