Die Gerüchte um ein mögliches Zusammengehen der beiden börsennotierten Musikmajors EMI und Warner spielten auch bei der EMI-Bilanzpressekonferenz eine Rolle: Konzernchef Eric Nicoli ließ sich allerdings zu keiner eindeutigen Aussage überreden:
„Das ist ja keine neue Idee, diese Spekulationen sind allgegenwärtig und ich habe noch nie den Drang verspürt, mich in den Vordergrund zu spielen, indem ich solchen Gerüchten neue Nahrung gebe“, sagte Nicoli in einem Interview am Rande der Konferenz. Bei EMI sei man aber sehr darauf bedacht, den Unternehmenswert im Sinne der Aktionäre zu verbessern, „und ich denke, wir erzielen in diesem Sinne gute Fortschritte“ – ein klares Dementi klingt anders.
Erst vor wenigen Tagen hatten Finanzfachleute die Fusionsgerüchte neu belebt: Analysten der Citigroup und von Credit Suisse First Boston meinten Anzeichen dafür gefunden zu haben, dass die Wettbewerbshüter zumindest gegen eine Fusion der beiden Tonträgersparten der beiden kleineren Majorkonzerne wohl keine Einwände haben würden. Zudem dürfte der Kurs der Warner-Aktie, der seit einigen Tagen wieder um den Ausgabekurs von 16 Dollar pendelt, derzeit kein so großes Hindernis für einen Zusammenschluss sein wie noch vor sechs Wochen, als das Papier ein zwischenzeitliches Rekordhoch von 18,95 Dollar erreichte.



