Auch wenn die EMI Group erneut wie der Verlierer im großen Fusionspoker dasteht – die Briten glauben weiter an ihre Chance, im Musikgeschäft zu bestehen. Unentschieden ist jedoch, ob EMI in der bisherigen Form weiter macht, oder ob es in letzter Sekunde doch noch zu einer Fusion mit einem Mitbewerber kommt. Die „New York Times“ berichtet nämlich, dass sowohl Außenstehende als auch die Entscheider bei EMI dem Fusionsvorhaben von BMG und Sony Music sehr skeptisch gegenüber stehen. Im Falle eines Scheiterns stünde EMI wieder als potenzieller Partner für BMG bereit, heißt es. Eine weitere Option für das EMI-Management wäre der Rückzug von der Börse. Wie bereits berichtet, bereitet die New Yorker Investmentfirma Blackstone angeblich eine Übernahme des Konzerns vor. Doch ein Kauf der EMI könnte durch den Bronfman/Warner-Deal nun teurer werden: Erste Ratingagenturen stufen EMI bereits wieder höher ein. Grund: Der hohe Preis, den das Bronfman-Konsortium für Warner Music bezahlt hat, beweist Börsianern das Vertrauen ins Musikgeschäft und könnte somit auch den Wert der EMI-Papiere beflügeln. Eine neue Strategie scheint EMI indes dringend zu benötigen: Kommentatoren in Großbritannien sehen den Stuhl von Chairman Eric Nicoli nach mehreren gescheiterten Fusionen deutlich wackeln. Zuletzt hätten ihn nur die guten Quartalszahlen gerettet, so der Tenor.
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