Die EMI Group hat aufgrund der „spürbaren Verschlechterung“ der Marktsituation in den letzten Monaten seine Gewinnprognosen für dieses Jahr nach unten korrigiert. Demnach erwartet das Unternehmen einen Rückgang des Gewinns vor Steuern um rund 20 Prozent. Während bei EMI Music Publishing von einem Gewinn auf dem Niveau des Vorjahres (51 Millionen Pfund) ausgegangen werden könne, sei bei unveränderten Marktanteilen mit einem „geringen Verlust“ beim Betriebsergebnis des Bereichs EMI Recorded Music zu rechnen, teilte das Unternehmen heute mit. Als mögliche Gegenmaßnahmen kündigte EMI die Streichung von Stellen, die Umstrukturierung einiger Labels sowie einen eventuellen Ausstieg aus eigener Herstellung und Vertrieb an. Was letzteres betreffe, befinde sich das Unternehmen in Gesprächen mit „mehreren Parteien“. In den lateinamerikanischen Filialen habe man bereits über 100 Stellen abgebaut, weitere Kürzungen sind offenbar nicht ausgeschlossen. Durch diese Maßnahmen will EMI rund 65 Millionen Pfund pro Jahr einsparen. Zum Erreichen dieses Ziels legt der Konzern einmalig 100 Millionen Pfund an Rückstellungen beiseite. Eine Ergebnisprognose für das Gesamtjahr sei in Anbetracht der gesamtwirtschaftlichen Lage derzeit nicht möglich, hieß es heute in London. Nach Bekanntgabe der Gewinnwarnung sank der Kurs der EMI-Aktie an der Londoner Börse drastisch: Schloss das Papier am Montag noch auf einem ohnehin sehr niedrigen Niveau von 330 Pence, lag der Kurs heute Nachmittag (15.35 Uhr) zwischenzeitlich bei 208 Pence (minus 37 Prozent). Zu Jahresbeginn war die Aktie noch 580 Pence wert.
EMI erwartet 20 Prozent weniger Gewinn – Aktie im Sinkflug
Die EMI Group hat aufgrund der „spürbaren Verschlechterung“ der Marktsituation in den letzten Monaten seine Gewinnprognosen für dieses Jahr nach unten korrigiert.


