Alle zehn neuen Titel, mit Bestellnummern und Informationen zum Klangformat
„Mit Klassik-Titeln zu starten, war keine eigentliche Konzernentscheidung. Klassik hat wegen der Multitrack-Aufnahmemöglichkeiten und des vorliegendenden Materials die Chance, schnell reagieren zu können“, erklärt Dr. Andreas von Imhoff, Vice President EMI Classics, im Gespräch mit musikwoche.de.
Ein weiterer Grund, die zehn Titel auf DVD-Audio zu veröffentlichen, lag am internen Entscheidungsprozess: Die Frage, in welchem Format die jeweiligen Aufnahmen erscheinen sollten, fiel in die Zeit, als DVD-Audio eingeführt wurde. „Zudem wollten wir nicht mit einem reinen DVD-Video-Format herauskommen“, sagt von Imhoff, der betont, dass die Veröffentlichungen – darunter Silberscheiben mit Werken von Johann Sebastian Bach, Gustav Mahler, Gustav Holst, Maurice Ravel oder Oliver Messiaen – auch in DVD-Video-Playern laufen. So sind acht der zehn Discs doppelseitig bespielt: eine Seite für DVD-Audio-, die andere für herkömmliche DVD-Player.
„Insgesamt zeigt auch die Vergangenheit, dass neue hochtechnische Qualitätsverfahren häufig im Klassik-Bereich eingeführt wurden. Der Klassik-Sound stellt höhere Anforderungen bei der Durchhörbarkeit und der natürlichen Klangwiedergabe verschiedener Instrumente sowie vor allem der menschlichen Stimme, so von Imhoff.“ Zusätzlich plant EMI in den nächsten Monaten auch Produkte aus den Bereichen Pop, Rock oder Jazz. Für die Klassik-Titel sprach vor allem, dass „20th Century Symphonic Sound“ unter der Leitung von Ingo Metzmacher und Mahlers Sinfonie Nr. 10 in der Einspielung von Simon Rattle und den Berliner Philharmonikern bereits im Surround-Sound 5.1 vorlagen, die anderen DVDs – allesamt aus dem EMI-Backkatalog – sind im Suround-Klang 4.0 verfügbar. Alle Titel sollten jedoch „Top Aufnahmen, Mehr- spuraufnahmen, höchste technische wie künstlerische Qualität bieten und Highlights aus dem Katalog sein“, sagt von Imhoff.
Zwar rechnet EMI zuächst nicht mit „extremen Verkaufszahlen“, aber für die EMI ginge es darum, als einer der ersten im Markt mitzumischen: „Im Gegensatz zur CD-Einführung stehen wir jetzt ganz vorn an der Innovationsfront, weil wir auch an diese Konfigurationen glauben. Bei Marktprognosen und Penetrierung mit DVD-Playern für die deutschen Haushalte sehen wir mittel- bis langfristig durchaus substanzielles Sales-Potenzial.“



