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EMI-Buy-out hält Branche und Börse auf Trab

Während die Identität der Bieter für die EMI Group weiter ein Geheimnis bleibt, freunden sich Investoren und Analysten immer mehr mit einer Privatisierung des britischen Majors an. Der Aktienkurs zog weiter an und die Spekulationen über eine Aufspaltung der EMI werden lauter.

Während die Identität der Bieter für die EMI Group weiter ein Geheimnis bleibt, freunden sich Investoren und Analysten immer mehr mit einer Privatisierung des britischen Majors an. Der Aktienkurs zog weiter an und die Spekulationen um eine Aufspaltung der EMI werden lauter.

Seit langer Zeit wurden die EMI-Papiere am 30. November in London wieder über der Marke von 300 Pence gehandelt. Am Ende des Handelstages reichte es immerhin für einen Kurs von 295,25 Pence, was einer Marktkapitalisierung von 2,36 Milliarden Pfund oder umgerechnet rund 3,5 Milliarden Euro entspricht. Doch glaubt man internen Quellen, dann ist die diese Entwicklung für die Anleger nicht zufriedenstellend: „Die Shareholder sind kurz vor dem Aufstand“, verriet ein Insider der „New York Post“. „Die Aktie bewegt sich immer nur dann, wenn es wieder Gerüchte über einen Deal gibt.“

Aus eigener Kraft sei bei EMI kein Wachstum zu erwarten, weder in den Bilanzen noch beim Börsenwert. Da käme ein Buy-out natürlich recht, nachdem aus der Fusion mit der Warner Music Group zuletzt wieder einmal nichts wurde.

Doch der kolportierte Preis von 2,5 Milliarden Pfund gilt manchen Beobachtern noch als zu niedrig. Wenn schon BMG Music Publishing für 1,63 Milliarden Euro unter den Hammer kam, dann müsse allein EMI Music Publishing als derzeit noch größter Musikverlag mindestens 2,2 Milliarden Euro wert sein. Der Verlag soll zudem das Kronjuwel des Unternehmens sein. Die Tonträgersparte EMI Recorded Music würde wohl sicher abgestoßen werden, heißt es.

Die EMI Group sei mit derart hohen Schulden und niedrigen Kreditlimits belastet, dass ein Aufkäufer gar keine Alternative habe. Diese Erkenntnis sorgt in den USA bereits für die handfeste Vermutung, dass es dann doch noch zu einer Warner-EMI-Fusion kommen wird – zumindest im Tonträgergeschäft. Für die Belegschaft bei EMI dürfte dies indes kein Vergnügen werden. Obwohl es beim Unternehmen in den letzten Jahren wiederholt zu massiven Restrukturierungen gekommen war, könnte man EMI noch deutlich verschlanken, meinen Experten. Und ein Privatinvestor mit klaren ökonomischen Zielen würde an eine Entlassungswelle wesentlich rücksichtsloser herangehen als das derzeitige Management.

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