Musik

EMI: Blue Note bringt kommenden Superstar

„Viele Konsumenten ordnen Künstler wie St.Germain, Cassandra Wilson oder Bobby McFerrin nicht zwingend dem Jazz-Segment zu. Denn diese Acts haben junge, hippe Käufer und progressive Club-Besucher sowie das Lounge-Publikum aktiviert“, erklären Peter Müller, Marketing Manager International Pop & Catalogue Marketing, und Michael Brettschneider, Product Manager International Pop/ Jazz bei EMI Electrola.

Die beiden sind für das EMI-Label Blue Note und dessen Sublabels verantwortlich, auf denen der Kölner Konzern 99 Prozent seiner Jazz-Titel veröffentlicht. Dieser Bereich ist wiederum integriert in die Abteilung Katalog-Marketing. So entstammen etwa zwei Drittel von EMIs Jazz-Veröffentlichungen dem Backkatalog. Dennoch, sagt Brettschneider, wird „2002 ein absolutes Blue-Note-Jahr durch die Crème de la Crème aus Jazz und Cross-over“. So erscheinen im März neue Titel von Cassandra Wilson, Bobby McFerrin und Soulive, im April folgen neue CDs von der laut den beiden Jazz-Experten „Entdeckung des Jahres und kommendem Superstar“ Norah Jones sowie dem Trio Medeski, Martin & Wood.

Im Mai veröffentlicht EMI Neues von Joe Lovano und kündigt für den Herbst Patricia Barber und St. Germain an. Die Vermarktung dieser Themen „unterliegt den gleichen Marktgegebenheiten und Entwicklungen wie alle anderen Repertoire-Bereiche“, erklärt Müller, der im vermeintlichen Nischenmarkt Beispiele wie St. Germain anführt, die belegen, dass es „immer wieder Jazz-Veröffentlichungen mit immensen Crossover-Möglichkeiten und starkem kommerziellen Potenzial gibt“.

Auch sei die „Schubladen-Orientierung“ beim Konsumenten nicht mehr so stark: „Die Bereiche Jazz und Klassik erreichen mittlerweile einen wesentlich größeren Kreis von Verbrauchern. Wie in allen anderen Markenartikel-Bereichen sind Zielgruppen heute in ihrer Struktur äußerst heterogen. Der Konsument hört und kauft genreübergreifend. Wir sind bemüht, adäquate Produkte für den Jazz-Spezialisten wie auch erweiterte Zielgruppen zu kreieren und zu vermarkten“, so die EMI-Jazzer.