Den ersten Echo für die Band Wir sind Helden heimste er am heutigen 5. März bereits ein. Die Marketingleistung seiner Firma Labels Germany fand die Jury preiswürdig. Doch an den Erfolg der Helden wollte Christof Ellinghaus zunächst nicht so recht glauben. Selbst als ihn der damalige EMI-Chef Udo Lange zum Helden-Showcase überreden wollte, winkte Ellinghaus ab. „Ich dachte: Interessiert mich nicht. Helden, Stolz. Das ist bestimmt so Leni-Riefenstahl-Musik mit Schwulenoptik“, so der Labels-Chef mit Hinweis auf das damalige Helden-Management, das gleichzeitig auch Rosenstolz betreute. „Ich bin dann also nicht aufs Konzert gegangen und Lange meinte hinterher: ‚Super Band, aber meine A&Rs können sich für die nicht erwärmen. Die sehen kein kommerzielles Potenzial.‘ Damit war die Sache erstmal vom Tisch.“ Als er dann jedoch sechs Monate später die erste im Alleingang produzierte Helden-Single „Guten Tag“ im Radio hörte, war Ellinghaus überzeugt. „Ich bin wirklich zusammengezuckt“, erzählte er der „Berliner Zeitung“. „Was für ein guter Song! Was für ein toller Text! Und vor allem: Ein Text mit einer Haltung. Das hat man ja schon fast vergessen, dass es im deutschen Pop so was gibt. Das war zu der Zeit, als alle von Mia redeten, und ich dachte: Sind das jetzt Mia? Die sind ja plötzlich viel besser geworden! Mia hatte ich nämlich auch mal auf dem Tisch. Fand ich aber, um’s mal höflich zu sagen, nicht so gut.“ Rund ein halbes Jahr nach dem Konzert, zu dem Udo Lange angereist war, hatte die Band noch immer keinen Plattenvertrag. „Alle Majors hatten abgelehnt, beziehungsweise viele hatten zu der Sängerin Judith Holofernes gesagt: ‚Komm, Mädel, schmeiß die Band raus, wir ziehen dir was Schickes an und machen großen Pop mit dir.‘ Das Übliche. Was die Majors immer machen: den Bands sagen, was sie zu tun haben.“ Ellinghaus indes bot den Helden eine Plattenfirma, die die Band machen ließ, und ist heute stolz auf den Erfolg. „Der Echo ist eine Wertschätzung unserer Arbeit im letzten Jahr.“ Trotzdem wundert er sich noch ein wenig über televisionäre Besonderheiten: Wir sind Helden werden als einziger Act bei der morgigen Preisverleihung live auftreten – was bei der Echo-Regie für „totale Verwirrung“ gesorgt habe. „Die müssen jetzt extra für uns noch eine PA aufbauen. Das muss man sich mal vorstellen: Deutschlands größter Musikpreis, und wenn eine Band live auftreten will, sind die aufgeschmissen.“
Ellinghaus bekennt, die Helden verkannt zu haben
Den ersten Echo für die Band Wir sind Helden heimste er am heutigen 5. März bereits ein. Die Marketingleistung seiner Firma Labels Germany fand die Jury preiswürdig. Doch an den Erfolg der Helden wollte Christof Ellinghaus zunächst nicht so recht glauben.



