Musik

Elektroduo auf Filmausflug

Die Pet Shop Boys versuchen sich als Soundtrack-Komponisten.

Sänger Neil Tennant erzählt: „Uns gefiel die Idee, ein Filmkunstwerk, das in den 20ern entstanden ist, mit elektronischer Musik zu kombinieren“. Und daher zögerten die beiden Briten nicht lange, als das Institute of Contemporary Arts sie fragte, ob sie sich an einem zeitgemäßen Soundtrack zu Sergei Eisensteins Film versuchen möchten. Der Filmemacher erzählt in „Battleship Potemkin“ die Geschichte einer Meuterei im Jahr 1904. „Eisenstein wollte seinen Film alle zehn Jahre mit einem neuen Soundtrack ausstatten, um ihn lebendig zu halten“, erklärt Pet Shop Boy Neil Tennant. Er und sein künstlerischer Partner Chris Lowe hätten sich zudem darauf gefreut, ein „75-minütiges, kontinuierliches Stück Musik“ zu schreiben. „Unsere Musik verändert die Sichtweise des Films und verleiht ihm modernistische Qualität“, ist sich Tennant sicher. In dem Potemkin-Vertonung tauchen auch zwei neue Songs auf, die als Singles erscheinen sollen.

Der Ausflug der Pet Shop Boys auf ungewohntes Komponisten-Terrain stieß jedoch nicht nur auf Begeisterung. Ein Journalist der britischen Tageszeitung „The Guardian“ beschwerte sich über die technischen Rahmenbedingungen der Vorführung. So hätten viele Zuschauer die Untertitel des Films nicht sehen können, weil die Leinwand zu tief hing. Auch die musikalischen Protagonisten konnten vor den Augen des Kritikers nicht bestehen. Er bezeichnete die Musik der Pet Shop Boys sogar als „teilweise wirklich unangemessen“.