Lange Zeit war nicht klar, ob es überhaupt ein weiteres Album der Stereophonics geben würde. Schlagzeuger Stuart Cables Vorstellungen vom Leben und Arbeiten hatten sich zunehmend von der Auffassung seiner Kollegen entfernt. „Die Trennung war unvermeidlich“, berichtet Bandboss Kelly Jones. „Er hatte keine Lust mehr zu touren und wollte auch nicht mehr so viel Zeit im Studio verbringen.“
Dabei basierte der Erfolg der Band aus dem walisischen Provinznest mit dem Zungenbrechernamen Cwmaman nicht zuletzt auf der Freundschaft zwischen Sänger und Gitarrist Kelly Jones, Bassist Richard Jones und Drummer Cable.
Die drei kamen im gleichen Krankenhaus zur Welt, besuchten ein und dieselbe Vorschule und fuhren als Teenager jeden Sommer gemeinsam in den Urlaub. Dann eroberte die Formation die Musikmetropole London. Der Rest ist schon ein kleines Stükchen Rock-Geschichte.
Songs im Akkord
Der Neubeginn setzte auch Energien frei: „Ich hatte richtig Lust auf eine neue Platte“, erinnert sich der Frontmann an die Arbeit zum neuen Album, das „Language. Sex. Violence. Other?“ getauft wurde.
Wie schon beim Album „Just Enough Education To Perform“ verabredete er sich mit Tontechniker Javier Weyller, der sich erstmals als Schlagzeuger outete. Der gebürtige Argentinier setzte sich spontan ans Schlagzeug und ließ dem Bandboss keine andere Wahl, als ihn zu engagieren.
„Wir schrieben 15 Songs in acht Tagen“, erzählt Jones zufrieden. „Richard und ich waren euphorisch. Dieses Grundgefühl hielt sich über die ganze Platte. Das war eine ganz einfache Geburt.“
Dynamik aus Wales
Elf Songs haben es auf das Album geschafft, dessen Titel Jones so erklärt: „Wir sind heute durch die Medien an diese Schlagworte gewöhnt – in der Zeitung, im Radio und im Kino. Überall siehst du Gewalt, Sex und hörst vulgäre Sprache. Deshalb ist es wichtig, auch mal über andere Dinge nachzudenken Es gibt so viele schöne Begriffe wie zum Beispiel, Liebe, Hoffnung und Vertrauen.“
Erstaunlich ist, wie gut das neue walisische Dreieck harmoniert. Weyller verleiht den Songs mit kraftvollen, aber feinen Beats ordentlich Druck. „Language.Sex.Violence.Other?“ ist vielleicht nicht das vielschichtigste Album der Stereophonics, sicher aber das dynamischste.
„Es sollte eine Platte werden, die anders klingt als die letzte“, erklärt Jones, „eine moderne Platte, die zu vielen Gelegenheiten passt.“


